Der Beleg: Lügenpresse nicht nachweisbar!

Ich begründe gern, warum es keine Lügenpresse geben kann.

Das Leben gelingt nur dann zufriedenstellend, wenn wir die Gegebenheiten, Sichtweisen, Meinungen, Stimmungen und Beziehungen nutzen, an einer für uns belastbaren Position arbeiten. Je vielfältiger die Lebenswelt ist, um so besser. Darauf zu warten, dass jemand das für uns macht, um uns dann zu sagen, was „richtig“ ist, führt uns zurück in vertrauliche Autoritätsverhältnisse: Wir verzichten darauf, erwachsen zu werden.

Wir müssen eben lernen, die Vielfalt der Welt und damit auch die Vielfalt der Presseberichterstattung so zu sortieren, dass uns eine Erkenntnis bleibt. Zugegebenermaßen ist das ein schwere und ständige Aufgabe. Wenn sie uns aber gelingt, dann haben wir keine „Lügenpresse“ mehr, sondern unterschiedliche Medien, denen wir unterschiedliche Wertschätzung entgegen bringen.

Das Reden von der „Lügenpresse“ steht also für einen Verzicht darauf, erwachsen zu werden.

Im übrigen ist das Lügen (bis auf wenige Ausnahmen (vor Gericht beispielsweise) nicht verboten. Es gehört zu den Freiräumen, die wir uns zur Entfaltung offen halten müssen.

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