Aus nackten Sommern

Jetzt ist wieder die Zeit für den nackten Oberkörper. Und ich muss sagen, dass es unter der Sonne und bei Anstrengungen eine  Befreiung ist, wenn man auf ein verschwitztes Hemd verzichten kann. Nun ist es allerdings so, dass ich mit nacktem Oberkörper immer sehr, sehr stark angeguckt werde. Das ist mir unangenehm. Es liegt wohl daran, dass man bei mir auch dann kein Tattoo findet, wenn man einmal vollständig um mich herum läuft.

Hier ein qualitativ zweifelhaftes Szenenfoto in brütender Hitze irgendwo an der Donau im Jahr 1992 …

Das erinnert mich etwas an die 90er Jahre. Damals war eine Mitarbeiterin in ihrer Lebenswelt die erste, die eine kleine Rose verschämt auf der linken oberen Gesäßhälfte alt Tattoo trug. Ich weiß das so genau, weil darüber lange diskutiert wurde und anschließend die Mitarbeiterin mit vielen Kolleginnen zur Toilette verschwand, um das Tattoo ungestört vorzeigen zu können. Danach ging die Diskussion weiter. Ich habe mich damals schon gefragt, was es für einen Sinn haben soll, wenn ein Tattoo nicht öffentlich sichtbar ist, zumal dann, wenn man das Tattoo selbst nur mit einem Spiegel sehn kann. Ich lasse mich gleich mal von Kindern anmalen, dann habe ich hoffentlich die Beachtung, die mir zusteht – für eine ungeheure Schönheit.

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