Körpervergrößerung

Vielen hat ihr Körper einfach zu viel Oberfläche. Das ist manchmal äußerst hinderlich.

Als körperbewusst gelten aber jene, die ihren Körper nicht nur in den Proportionen so stylen, dass er unverwechselbar ihr eigens Werk ist, ohne dass irgendwelche zufälligen oder gar natürlichen Abweichungen vom eigenen Bild geduldet würden.

Zur eigenwilligen Bodymodification haben sich im Laufe der Zeit Piercings und Tattoos hinzu gesellt. Sie machen deinen Körper für dich und andere zum einmaligen, also unverwechselbaren Erlebnis. Am Ende der Entwicklung könnte allerdings stehen, dass der nichtmodifizierte Körper ganz besonders auffällig ist. Das wäre kein schöner Effekt für jene, die sich gern unauffällig einpassen.

Der Zeitgeist weht allerdings über Tattoos hinweg, während Piercings mit der Zeit häufig in der Schreibtischschublade landen oder getauscht werden. Es ist eigentlich schade, dass der Zeitgeist stets neue Tattoomotive und auch Techniken zu ihrer Herstellung liefert, der Körper aber nach wie vor nur bedingt als Leinwand taugt, die man überstreichen oder notfalls auswechseln oder gar neu bespielen kann. Manch einer ist in Not, weil die letzte hautfarbene Stelle bereits verschwindend klein geworden ist, aber auch froh, weil Rassisten bei ihm die Orientierung an der Hautfarbe verlieren.

Da bleibt nur der Weg, eben doch mit einem Körper zu arbeiten, der einfach zu viel gefühlte Oberfläche hat, oder aber mit medizinischer Unterstützung die Oberfläche kontrolliert zu vergrößern. So ließen sich tellergroße Ohrläppchen formen oder aber zwischen den Armen und dem Körper Hautsegel montieren, die allerlei Schönheit aufdecken und verstecken könnten.

Okay – das muss erst einmal reichen. Eigentlich möchte ich nicht, dass mir dazu noch mehr einfällt.

Alaaf 2016

Ich verkleide mich ganzjährig. Lediglich in der Karnevalszeit tut man so, als sei ich nur wenige Tage out of order.

Ich bin nun, aufgrund besonderer Konstellationen immer sehr nahe am karnevalistischen Treiben und treffe dort auf Karnevalisten und deren Gegner, die immer sagen, dass sie den Karneval hassen und an den bekannten Tagen das Weite suchen. Sie vertreten ihre Position unverrückbar, meist schon seit sehr vielen Jahren. Ganz anders ist es im Karneval! Trotz oder auch gegen die Traditionen hat sich an vielen Stellen ein ganz neuer Stil des Karnevals entwickelt. Man denke nur an die Stunkbewegung in KölnNeuss und anderenorts und die Kölner Musikszene, die an den Karnevalstagen alle Bühnen bespielt.

Es kann ja immer immer nur gut sein, wenn sich etwas entwickelt …

Brutale Bakterien besiedeln besonders buschige Bärte

 

So eine Besiedlung war ja nach der Kaiserzeit gar nicht möglich, weil jede Individualität arschglatt weggestutzt wurde. Erst in den späten 60ern wurde die Befreiung eines jeden Haares auch zur Anarchie der Bärte und Haupthaare und so weiter genutzt. Mit der kommerziellen Einnordung abweichenden Verhaltens kurz darauf, wurde das Haar an sich als Störenfried jeder Intimität ausgemacht und aus dem Erscheinungsbild gezupft oder wenigstens strähnenweise gezähmt.
Die Hipster kultivieren gerade neuerdings das Leben am Beispiel des urbanen Baumfällers mit üppigem Bartkleid. Selbst den Damenbart zieht es in die Öffentlichkeit. Schließlich könnten 34% aller Frauen genetisch locker mithalten. Das jüngst angebotene Weihnachtsglitzerzeug für den Bart deutet bereits eine ideologische Fremdbesiedlung aller Bärte an. Es ist also kein Wunder, wenn jetzt plötzlich jemand Fäkalbakterien als Standardbesiedlung der Bärte entdeckt haben will. Die Presse berichtete darüber. Dem Nikolaus hängt der Bart ja bisweilen in der Kloschüssel. Ich habe es selbst erlebt, Irgendwie ist ja immer schon Leben im Bart. Die Deutung der Welt und die Bedeutung ihrer Erscheinungen gehen unergründliche Wege.
Ich küsse euch!

stigma

Frohes Fest!

Schönheit kann sich doch jeder leisten

Es gehört zu den Sommer-Themen, wenn die Medien einer nebensächlichen Sache Beachtung schenken und am Ende das steht, was man zuvor schon gewusst hat.
Nehmen wir einmal die Vorschriften von Schulen, die Sommerkleidung der Schüler zu reglementieren.
Es ist ja unbestritten so, dass Kleidervorschriften die Freiheit der Person tangieren und berechtigt unbeachtet bleiben. Für viele andere Vorschriften gilt das im übrigen auch. Sie gelten oft mit Recht als überholt. Die uniformierte Gleichmacherei von oben herab diente der Einordnung individueller Bestrebungen zum abweichenden Verhalten. Die Zeit ist längst vorbei, als abweichendes Verhalten immer nur schlecht aussah, weil man dem Mainstream huldigten sollte. Wie soll man sich auch eine selbstentwickelte Außendarstellung erarbeiten, wenn man dem Diktat derer folgt, die zu wissen glauben, wie man gut angezogen ist? An die Stelle der Vorschrift sind verschiedene Techniken getreten, sich die Welt anzueignen. Man beobachtet, man probiert aus, man spricht darüber und man wird im Laufe der Zeit sicher, dass man auch rein äußerlich mit sich im Reinen ist. Dazwischen liegen Anfreundungen mit Subkulturen, die ihren eigenen Mainstream haben und zahlreiche Versuche und auch Irrtümer, die in einer gelungenen Entwicklung immer auch mit Selbstvergewisserungen über die Reaktionen der anderen verbunden sind. Und es ist klar, ab und zu erfordert die Kleidung auch etwas Wettergerechtigkeit, im Sommer wie im Winter.
Wenn nun, wie es oft geschrieben und gesagt wird, „Schüler den Lehrern aufreizend gegenübertreten“, dann sind es eigentlich nicht die Schüler, sondern die Lehrer, die mit einer unerwarteten Situation überfordert sind. Lehrer haben traditionell gelernt, belastende Schulsituationen stets zu Lasten der Schüler aufzulösen und das Schulleben gegen jede Erneuerung fortzuschreiben. Sie machen es auch in diesem Fall.
Ich habe selbst auch sehr lange an einem neuen Erscheinungsbild des Nikolauses gearbeitet und erst nach vielen Irrungen und Wirrungen meinen Stil gefunden. Das ist doch alles ganz normal.
Ich weiß also, wovon ich rede.152

Kangalfisch

Wenn man meint, dass die  Rötliche Saugbarbe, die aktuell als Kangalfisch gehandelt wird, in der Symbiose mit dem menschlichen Fuß lebt, dann ist man ein Opfer der Wellnessbranche. In seinem natürlichen Lebensraum wird er sicherlich nebenbei so manchen Badenden knabbernd von der Hornhaut befreit haben. Jetzt soll der Fisch in den Becken deutscher Wellnessunternehmer vermarktet werden. Der Unternehmer will das so. Es ist ein vielversprechendes Geschäftsmodell. Bevor man nun die Kündigungsfristen und Urlaubsansprüche der Fische regelt, bleibt zu überlegen, ob wir die Fische nicht doch lieber in ihrer Heimat belassen und unsere Trüffelhobel stattdessen ab und zu über die Fersen der schwitzenden Wohlstandsbürger schieben, deren Kinder gerade die braven Pferde reitend zugrunde richten. Dazu können wir ja eine Tapete mit bunten Fischen anrichten.
Die Unternehmer bemühen bereits die Gerichte, weil ihnen die Genehmigung versagt wird. Das Verwaltungsgericht hat den Fisch der Gewerbefreiheit untergeordnet. Ich bin gespannt auf weitere Fischgerichte.

Nachtrag:
Die Hornhaut ist ja eigentlich dem Auge zugeordnet.
In der alternden, unbeweglichen und gleichgültigen Gesellschaft wird die Hornhaut aber trotzdem zielsicher an den Füßen ausgemacht, nachdem man sie meistens lange vernachlässigt hat.
Ich schätze Hornspäne vor allem als Dünger im Garten. Sie geben den Radieschen, von oben und unten und allen Seiten betrachtet, ein blendendes Aussehen und eine gewollte Schärfe.

Der Hut als Variable

Ich lese gerade, dass die englische Königin ungefähr 5000 Hüte haben soll.  Dazu gibt es nur unpassende Pressefotos.

Die Königin würde in der Totalen eines Weitwinkelfotos inmitten der ganzen Hüte zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Stolz bin ich auf den uns umgebenden Hochadel, wenn er aus eigener Kraft zur Bürgerlichkeit zurück findet und beispielsweise auf den Hut verzichtet.

Der Hut lenkt ja nur die Aufmerksamkeit der Menschen ringsum ab. Sie werden zu Schaulustigen.

Dass ein Adelexit gegebenenfalls der Presse schadet, das würde ich in Kauf nehmen.

Die Fotobeispiele sind eine Notlösung.
Wir wollen ja stets Hüte sehen, also abgelenkt werden.
Sie tun nichts zur Sache!
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Vorsicht: Werbung

 

Straelen
Die Frauen Straelen

 

Diese Werbung habe ich für den geneigten Betrachter am Niederrhein entdeckt und unmittelbar fotografiert.

Sie wirkt gerade so, als würde dort auch die bekanntermaßen unverwüstliche Kleidung ausüberarbeitetenWehrmachtsbeständen gehandelt. Am besten geht man bei der Laterne über der Hof und dann durch den Hintereingang. Vorsicht, das Tor macht einen Höllenlärm.

Ich werde gern Frau Frauke Ludowig da mal vorbei schicken. Sie wird die Kleinode zeitgenössischer Mode, wie zum Beispiel das Kleid Lilly Marleen, selbstverständlich gern für euren Lifestyle ohne Kunstfasern aufbereiten.