Kirchenglocken mit Hakenkreuz

unbefleckte Glocke als Symbol

Es ist ja verdammt schwer, das Symbol dem Glockenklang zu entnehmen. Erst jetzt, nach über 70 Jahren sind Leute mit dem allgegenwärtigen Handy in den Glockenturm gestiegen und haben Bilder mitgebracht. Und nun ist die Gemeinde verstört, weil die so vertraute Glocke ein Hakenkreuz trägt. Sie hatte all die Jahre gedankenlos ihren Klang über Stadt und Erdenkreis verbreiten dürfen und niemand war darauf vorbereitet oder gar geschult, den Unterton des speziellen Glockenreliefs zu hören.

Nun ist das Glockenseil erst einmal unberührbar. Quasimodo hatte wohl nie richtig hingeguckt. Jetzt ist er schockiert. Aber man muss schon initiativ sein, weil es so ja dauerhaft nicht bleiben kann.
Man kann Gras über die Sache wachsen lassen und die Glocke einstweilen im zufälligen Wechsel mit ihren unbefleckten Schwestern einsetzen und die Illusion fördern, sie spiele also zufällig nie mit.
Man kann die Glocke einschmelzen lassen, wohl wissend dass das unerwünschte Symbol im geänderten Aggregatzustand überlebt, auch wenn daraus ein Denkmal für die Menschlichkeit errichtet würde.
Man könnte aber auch ambulant die Oberfläche der Glocke bearbeiten. Das ginge sogar mit einem beliebten Hobbywerkzeug, der Flex. Eine Gruppe von Pragmatikern hat das auch schon einmal bei Nacht und Nebel gemacht. Aber auch in diesem Fall ist man das Symbol des Hakenkreuzes nicht losgeworden, nur seine Darstellung.

Was immer man auch macht, man kann letztlich nicht vermeiden, sich der Geschichte zu stellen. Man kann allerdings mit einer öffentlichen Klöppelkastration ein Ausstellungsstück herrichten, das im Museum einen Kontext ermöglicht, um über Glocken mit Hakenkreuz nachzudenken. Wenn dann die jetzige Frau Klöckner, die damals aus Marokko zu uns übersiedelte, das Museum besucht, wird sie scheu ihre Hände verstecken. Zu ihren traditionellen Tattoos gehören auch einige Hakenkreuze. — Alles sehr, sehr seltsam.

Über die friedfertige Religion

Es ist jetzt immer zu lesen, dass die friedfertigen Moslems im Gegensatz zu den aggressiven das richtige Religionsverständnis haben.

Ich aber sage euch, dass es eine Überzahl von Christen, Hindus, Buddhisten und Moslems gibt, die einfach nur friedfertig sind und deren Religionsverständnis ebenfalls in der braven Gefolgschaft endet, wie sie in mittelalterlichen Gesellschaften gefordert wird. Sie haben nur ein sehr fragwürdiges Glück gehabt, weil sie vor den Anforderungen der modernen Welt beschützt werden und ihnen der liebäugelnde Blick auf die aggressive Alternative erspart bleibt.

Es ist an der Zeit, die Theologien als Herrschaftswissen aufzugeben und das Individuum zu befähigen, selbst- und mitverantwortlich seinen Orientierungspunkt außerhalb dieser Welt auszugestalten.

Dann ist Glaubensfreiheit realisierbar.

Frohe Ostern!

Über die Möglichkeiten des Verschneidens

Im Jahr 2012 gab es eine Debatte über die Beschneidung aus religiösen Gründen. Jetzt, im  Jahr 2018, wird das Thema in Irland und dann auch in Deutschland wieder beachtet. Die Zeit  schreibt nun, dass der politische Friede mit den Religionen, die die Beschneidung im Programm haben, vor ein paar Jahren höher bewertet wurde, als die menschenrechtlich gesicherte Unverletzlichkeit der Person. Der Staat müsste sich eigentlich für den Weg demokratischen Rechts entscheiden und nicht für eine fragwürdige Macht, die sich mit Belegen, aber nicht mit Begründungen auf die Religion bezieht.

Ich habe im Jahr 2012 dazu meine Position formuliert. Nun sehe ich mich veranlasst, sie für die Fortführung der Debatte zu wiederholen. Das Problem ist geblieben. Lediglich der Gesetzgeber hat sich einen begrenzten Frieden gesichert und bestimmten Religionen die Beschneidung und ihrem auch nichtmedizinischen Ausführungspersonal zugesichert und das Elternrecht so erweitert, dass die Körperverletzung der Kinder in diesem Zusammenhang gedeckt ist.

Das ist also mein Text von 2012:
Was haben die Menschen nicht schon alles für ihren Gott getan! Das, was einem auf der Welt am liebsten ist, opfert man schließlich auch, wenn die Beziehung zu Gott über allem steht. Die Kultur, und damit die Religion, unterliegt auch bei fundamentalistischer Ausrichtung einem Wandel. Die Menschenopfer sind seltener geworden und die Selbstbestimmung setzt sich immer mehr  durch.

Die Menschenrechte sind ein unmittelbares Recht und deshalb gibt es nur noch wenige Staaten, die davon unbeeindruckt sind. Solche Staaten stehen im Abseits.

Die Menschenrechte sind die verbindliche und verbindende Orientierungsnorm für Gesetze in demokratisch verfassten Gemeinwesen.

Während einige Menschenrechte sich einfach beschreiben lassen und ihre Einhaltung einfach zu prüfen ist, sind andere Menschenrechte sehr viel komplexer.

So ist es beispielsweise denkbar, dass eine Religion ihr Orientierungssystem nicht nur am Seelenheil ausrichtet oder sogar auch Vorschriften beinhaltet, die die Freiheit der Mitglieder begrenzen, die Menschen gängeln oder sie gar bestrafen.

Das alles wird nicht zum Problem in einer aufgeklärten Gesellschaft, wenn der Bürger seine versprochene Mündigkeit auch leben kann. Bekannt ist aber, dass materielle Notsituationen, Prägungen durch vermeintliche Wahrheitssysteme und auflösliche Wahnbeziehungen und die fehlende Erfahrung mit und die große Angst vor der Freiheit dazu führen, dass weltanschauliche Gruppierungen Menschen weitaus mehr steuern, als es uns lieb ist. Insbesondere Kinder brauchen deshalb einen Schutz vor selbst gemachten Wahrheiten und den Ritualen, sie durchzusetzen.

Deshalb ist auch so, dass die Unverletzlichkeit der Person und die Religionsfreiheit nicht gleichberechtigt gegeneinander antreten. Die Unverletzlichkeit der Person hat Vorrang.

Angesichts des Urteils des Landgerichts Köln vom Juni 2012 zur Beschneidungspraxis in einem konkreten Fall wird das Verhältnis von Religionsfreiheit und die Unverletzlichkeit der Person heftig diskutiert. Es macht den Eindruck, als würden gesellschaftliche Interessengruppen gegeneinander antreten, um die Rangfolge der besagten Grundrechte neu zu bestimmen. Sie bedienen sich dazu aller möglichen Argumente, die sich aus unterschiedlichsten Gottesbildern ergeben. Es gibt den Gott, der uns die Beschneidung für alle männlichen Nachkommen auferlegt und den fehlenden Gott, den wir mit liberaler Vernunft kompensieren und der uns zu dem Ergebnis führt, dass jeder denkbare gute Gott keine Körperverletzung wollen kann. Denkbar wäre beispielsweise auch der geschlechtsgerechte Gott, der – wenn schon, denn schon – die Beschneidung für Frauen fordert oder die Beschneidung von Männern ablehnt.

In dieser Diskussion gehen die Rechtsfragen und die weltanschaulichen Fragen immer mehr eine unentwirrbare Verbindung ein.

Das Gericht hat die Beschneidung nach Recht und Gesetz als Körperverletzung gekennzeichnet. Dazu hätte es auch eigentlich keines Urteils bedurft, weil das Strafgesetzbuch (§223 ff), dessen Rahmen auch für Religionen bindend ist, gar keine Zweifel zulässt. Dass es ein weitgehend strafrechtlich unverfolgte Beschneidungspraxis gibt, ändert daran nichts. Den Operateuren die Möglichkeit des Verbotsirrtums zu eröffnen, ist eine Großzügigkeit des Gerichts. Eigentlich weiß aber jeder Arzt, dass Körperverletzungen nur mit Zustimmung des Patienten und bei medizinischer Indikation oder Unbedenklichkeit möglich sind.

Wer die Geschichte und die Geschichten der Religionen nachliest, merkt schnell, dass auch Religionen trotz aller Ewigkeitsausrichtung dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen, bei dem die Freiheitsrechte sich in der historischen Abfolge nach und nach durchsetzen. Oft sind solche Bewegungen ins Sekulare eher marginal, wenn etwa in Ritualen Kerzen durch Energiesparlampen ersetzt werden. Oft sind sie vorübergehend, wenn man das Glück im Jenseits gegen Geld zusichert. Oft sind sie hartnäckig, wenn nur der Geweihte verbindliche Interpretationen der Wirklichkeit abgeben darf. Manchmal sind sie unterschwellig, wenn beispielsweise auf dem Operationswege die religiös vorgeschriebene Jungfräulichkeit wieder hergestellt wird. Die universale Bedeutung der Menschenrechte ist dabei ein starker Wirkfaktor, der Entwicklungen beschleunigt und verdeckten Entwicklungen zum Durchbruch verhilft.

Es hilft nichts: Allein die fundamentalste Verankerung von Ritualen und ihre Bewahrung führt dazu, dass Religionen sich von gesellschaftlichen Entwicklungen abkoppeln und damit die Sprache der Menschen verlieren, also unwirksam werden. Das religiöse Fundament  bedarf einer prinzipiellen Verrückbarkeit, um wirksam und als Religion hilfreich zu sein.

Der viel bespottete Kölner, der gern einmal die religiösen Gebote übertritt, weil er um die heilende Wirkung der Beichte und den grenzenlos wohlwollenden und gütigen Gott an seiner Seite weiss, bereitet also den Weg  eines prinzipiengeleiteten wie flexiblen Glaubens in der aufgeklärten Gesellschaft.

Als sich unlängst ein Ungläubiger aus Liebe beschneiden ließ, kam das böse Erwachen: Es schmerzte dauerhaft und sein Leben wurde davon sehr viel mehr bestimmt, als er geahnt hatte. Er bereut seinen Entschluss zur Beschneidung immer noch. Als sich unlängst eine Gläubige zum 50. Hochzeitstag zur Jungfrau operieren ließ, um ihrem Mann eine Freude zu machen, da war sie sicher, ein ganz persönliches Geschenk gefunden zu haben.

Es ist bemerkenswert, was Mensch so alles machen. Die Religion dient dabei oft als Argument, auch wenn sie nichts damit zu tun hat. Es ist aber gut, wenigstens die Kinder zu schützen und ihnen blutige Rituale und die seelischen Folgen zu ersparen. Die UN-Kinderrechtskonvention spricht eine deutliche Sprache und ist auch geltendes Recht. Man kann den Kindern den universellen Gott aller Menschen nahe bringen, der niemanden ausschließt und jeden liebt, gleichgültig welchen Makel er hat oder auch nicht hat.

Overdressed

Die Moralwächter der iranischen Religionspolitik betreiben auch für das Fernsehen ein hartes Geschäft. Wenn das Bild aus dem Ausland kommt, wird es erst mit einer Zeitverzögerung an das iranische Publikum weitergeleitet. Den Moralwächtern bleiben 30 Sekunden, den roten Knopf zu drücken, wenn das Bild im geltenden Kontext unmoralisch ist. Ob sie für ihren Job eine Zulage bekommen, weil sie immer wieder an der Unmoral schnuppern müssen und mutmaßlich Schäden nehmen, ist mir nicht bekannt. Mit demokratischem Anspruch ist es undenkbar, den erwachsenen Menschen lediglich mit einem Ausschnitt aus der Lebenswirklichkeit abzuspeisen und ab und zu stattdessen eine selbstgemachte Welt einzuspielen.

Bei der Auslosung des Spielplans für die Fußballweltmeisterschaft zeigt sich das ganze Dilemma: Nicht die Moralwächter, sondern die iranischen Fußballfans haben inständig gebeten, dass die Kleider der Frauen sich an den iranischen Vorschriften orientieren, damit sie die Auslosung im Fernsehen verfolgen können. Ihnen es geht es also eigentlich gar nicht um die Kleidung, sondern um einen weitestgehend filterfreien Medienkonsument. Und dann war es auch so. Man ist den Fans entgegen gekommen und hat damit die iranischen Bekleidungsvorschriften für Frauen etwas ins Internationale verlängert. Allerdings hat das nicht viel genützt. Das Kleid der Moderatorin war wohl doch noch zu sehr geschlitzt. Es gab stattdessen im iranischen Fernsehen ein Interview mit einem Fußballspieler. Ich glaube, die Moralwächter waren von Sinnen. Hoffentlich haben sie gute Therapeuten, damit sie sich mit passenden Hilfen noch etwas in diesem aufreibenden Job halten können.

Aus der sicheren Distanz unter halbwegs demokratischen Gesichtspunkten, habe ich ein großes Interesse an Frauen und Männern in grenzenlos individualisierter Kleidung.  Ich gehe sogar so weit, dass mir der nackte Mensch näher steht, als der zweifelhaft verhüllte Mensch. Ich möchte selbst eine Ahnung entwickeln, was geschmackvoll sein könnte, ohne damit eine verbindliche Norm entwickeln zu wollen. Für die Menschen im Iran ist es ohnehin vergeblich, selbst wenn sich alle Welt probeweise an vorbestimmten moralischen Normen orientiert.

Religion verordnet mitunter Brillen, die nur das Bild verdunkeln und das Sehfeld begrenzen. Erst die Menschenrechte erklären diese Brillen als überflüssig, weil sie menschenfeindlich sind.

Und nebenbei: Ich erkenne Frauen, die  „Brigitte“ regelmäßig lesen zweifelsfrei an ihrer Kleidung und denke oft, dass es ebenfalls ein Fehler wäre, wenn es eine „Norbert“ wirklich geben würde.

Braucht der Mensch Feiertage?

Selbstverständlich braucht der Mensch Feiertage!

In der aufgeklärten Welt kann man an jedem Tag feiern – oder auch nicht. Die Tage sind dem aufgeklärten Menschen eigentlich nur Zeitabschnitte. Erinnerungen und die hohe Bewertung von Erinnerungen führen allerdings dazu, dass sich Jahrestage zum Andenken oder Nachdenken anbieten. Meistens sind sie privat ohne öffentliche Ansprüche. Allerdings gibt es Erinnerungen, die von Institutionen und ihren Interessen befeuert werden, von den Religionsgemeinschaften, aber auch vom Schützenvereinen oder von Veranstaltern bestimmter Jahrmärkte und so weiter. Man koppelt eine Erinnerung an ein zurückliegendes Ereignis und kann auf diese Weise das Ereignis konservieren, zukunftsträchtig verorten und scheinbar endlos fortschreiben, weil der Kalender den Takt gibt. Meistens sind die auf diese Art und Weise gepflegten Erinnerungen ursprünglich überhaupt nicht so richtig an einen bestimmten Tag gebunden. Wer weiß schon, wann das historische Weihnachtsfest wirklich hätte gewesen sein können, wann der Fall der Mauer wirklich war? Oft werden ausgewählte Symptome verfeiertagt und der entscheidende Kontext zerfließt in der vergangenen Epoche.

Irgendwann werden Gedenktage zu Feiertagen und werden sogar verbindlich, wenn der Staat mitspielt. Aber der Staat wird zu Recht zögerlicher. Feiertage vertieften zwar ursprünglich die an den Tag gebundene Erinnerung, fördern Rituale, die an das Ereignis gebunden waren, manchmal auch ein Festmahl und vor allem einen freien Tag, aber sie zerfleddern auch zum nicht feiertagswürdigen Freizeiteinerlei. Die Erinnerung verblasst.

Zu einer Zeit, als sich das Urlaubswesen noch nicht entwickelt und noch keine Urlaubskultur hervorgebracht hatte, waren die auch im übertragen Sinn heiligen Sonntage, das einzige Ereignis, um dem Jahresablauf zu rhythmisieren und etwas Erholung, Besinnung und Freude zu ermöglichen und die Feiertage wurden wie veredelte Themensonntage gehandhabt. Das hat sich gewandelt. Der Feiertag ist vor allem ein freier Tag, der zur individualisierten Lebensgestaltung genutzt wird, dann aber auch viele Menschen auf den Autobahnen auf dem Weg zu den gleichen Zielen vereint. Die Chance zur Individualität haben die Märkte weitgehend aufgefressen. Es bleibt der Schein. In der aufgeklärten Welt wäre ein weiterer Urlaubstag grundsätzlich wertvoller als ein zusätzlicher Feiertag, dessen Sinn von den Märkten ohnehin unterlaufen wird. Der Vatertag ist das beste Beispiel. Die Gestaltung der Feiertage ist also ein Problem, weil der Feieranlass stets von der Mehrheit in der Selbstbestimmung vernachlässigt und dann mit neuen kostenpflichtigen Wohlfühlarrangements ausgestaltet wird. Diejenigen, die den Feiertag bestimmungsgemäß achten, sind heutzutage stets eine Minderheit.

Die jetzt diskutierte Einführung eines muslimischen Feiertags passt da nicht so recht ins Bild. Er würde sich ohne öffentliche Beachtung des festgelegten Anlasses zu den anderen Feiertagen gesellen. Und wenn der Anlass ernster Art ist, würde er die Erwartungen der Gläubigen nicht erfüllen, weil die sekulare Übermacht den Tag vollkommen konträr performen würde.
Ich verstehe, wenn der eine oder andere muslimische Religionsfunktionär gerne die Teilhabe an der Gesellschaft durch einen spezifischen Feiertag verbreitern würde. Ich verstehe auch, wenn sich Politiker mit der Feiertagsidee beliebt machen wollen. Aber auch sie würden nach einer Einführung das spezifische Gedenken und die zugehörigen Rituale vergeblich einfordern. Alle hätten einen Feiertag, den allein eine kleine Minderheit nutzt, wobei das Feiern in der offenen Gesellschaft ja ohnehin jedermann und jederzeit auch ohne Feiertag möglich ist.

Freizeit ist allerdings ein wertvolles Gut, auch wenn die Nutzungsmöglichkeiten bisweilen einseitig und einfältig gehandhabt werden. Es wäre viel besser, anstatt einen weiteren Feiertag einzuführen, die Urlaubskontingente zu erhöhen und Hilfen anzubieten, aus den Urlaubstagen dann auch etwas Vernünftiges außerhalb jeder Vergnügungsmeile und jedes Einkaufszentrums zu machen. Es könnte ja auch etwas mit Religion zu tun haben.

Radikalismus als Entwicklungsstörung

Der Glaube an einen einzigen Gott, der zudem Inbegriff alle Guten ist, bringt es mit sich, dass einzelne Menschen sich ihm so nahe wähnen, dass sie ihn fast schon im sicheren Besitz zu haben glauben. Dann wandelt der Gott plötzlich seine Bedeutung und wird zur Ware. Er ist verfügbar und nicht mehr der unantastbare Garant einer heilen Welt. Die monotheistischen Religionen haben immer wieder große bis dominante Strömungen, das dialogisch-dialektische Verhältnis zu ihrem Gott auf die Erde zu holen, ihn in Institutionen zur Verwaltung des Glaubens als heißestes Eisen unterzubringen und dann in seinem Namen für ein Heil zu sorgen, das sich nach der Besitznahme als das Gegenteil, also als Unheil entpuppt. Insbesondere Menschen, deren Entwicklung noch nicht – oder immer noch nicht – abgeschlossen ist, suchen Antworten in einfachen Lösungen nach dem Modell der Rollenidentität und lassen sich, wie in der Kindheit von den Eltern, vorschreiben, wie die Welt zu deuten ist. Der auf der Erde vermarktet Gott ist ihnen sympathischer als ein Gott, der mit theologischer Annäherung immer bunter schillert und im positiven Sinn frag-würdig ist wie der eschatologische Vorbehalt, die allerletzten Dinge des Lebens und des Glaubens nicht wissen zu können. Eine prinzipiengeleitete und flexible Ich-Identität, die in modernen Gesellschaften grundsätzlich  überlebensnotwendig ist, steht für die Freunde der einfachen Lösung nicht an. Damit gäbe es für sie zeitgemäße Voraussetzungen, Friedfertigkeit in eigener Verantwortung und trotzdem kompatibel mit kollektiven Strömungen zu gestalten. Aber sie sind ja noch nicht so weit. „Radikalismus als Entwicklungsstörung“ weiterlesen

Namen als Nichtalleinstellungsmerkmal

Namen sind heutzutage hauptsächlich schöner Schall. Wenn der Name auch noch bedeutungsfrei ist, ist es noch besser: Namen erzeugen Aufmerksamkeit und lassen sich individuell mit Bedeutung füllen. Manchmal wird sogar im Zeitgeist eine Bedeutung abgeschnitten, um bestimmten Bedeutungsbesetzungen auszuweichen.

Damals war das anders. Man begnügte sich mit weitaus weniger Namen, verwendete sie in jeder Generation wieder neu. Als ein verwitweter Großonkel mit seiner ebenfalls verwitweten Schwägerin in der Not zusammenzog, war dort immer von „minnem Heini“ und „dinnem Heini“ die Rede, um die vereinte Kinderschar zu differenzieren. Man verband Vornamen aber auch gern bewusst mit einem mutmaßlich Heiligen der dann zeitlebens über dem Namensinhaber schwebte. Das Großstadtleben ermöglichte die ersten Nischen, davon abzuweichen.

Ich sollte ja nach einem Urgroßonkel, der am Rand der Weltgeschichte wohl hervorragend in Erscheinung getreten ist, Robert heißen. Meine Mutter mochte den Namen aber nicht und nutzte den Kompromiss, auf den ähnlich klingenden Namen Norbert auszuweichen. Deshalb blieb mir zum Glück Detlev erspart und ich wusste auch bald, was Kompromisse sind. Ich war in eine bis heute merkwürdige Verbindung mit dem historischen Bischof von Xanten hinein geboren. Xanten ist ja auch nicht weit weg. Und so trage ich bis heute dies als Folklore mit. Im Xantener Dom habe ich keine Privilegien. Ich nutze aber mein Leben gern für das eine und andere selbstbestimmte und bedeutungsstarke Pseudonym.

Als Norbert bin in guter Gesellschaft. Es gibt sehr viele Norberts in meinem Alter. Offenbar war der Zeitgeist immer schon mächtig, aber früher doch eher verdeckt auf verschlungene Pfade angewiesen.

Jedenfalls heißt ein guter Freund aus Kindertagen ebenso. Es ist trotz vieler Eigentümlichkeiten wie bei Zwillingen: Die Norberts sind doch irgendwie alle gleich auffällig. Ich kann das aber nicht bestätigen. Wir teilen den Nam’stag, der ohne die Namensgleichheit längst in Vergessenheit geraten wäre. Dabei war der Namenstag einmal bedeutungsvoller als der Geburtstag, jedenfalls in katholisch geprägten Gegenden. Auf Kalendern waren geläufige Namenstage vermerkt.

Norbert und ich gratulieren uns immer am 6. Juni und lachen uns kaputt in einer weitgehend verständnislosen Welt.

Namenstagsgeschenk? – Da sagst du was!

Integration in schwierigem Gelände …

Die Türken haben mit dem Ja nicht für die Verfassungsreform gestimmt und – wie es so aussieht – auch nicht für Erdoğan, sondern gegen Deutschland, das sie systematisch vernachlässigt.

Man möchte differenzieren und wird dann doch wieder derart grobschlächtig pauschal.
Wie ist das denn nun mit der Integration im allgemeinen und mit den Türken im besonderen?


In Deutschland gibt es ein gefälliges Schweigen über die Integration, so als habe man sich bereits vor der Ankunft fremder Menschen einstimmig darauf geeinigt, was das sein soll. Wenn die Fremden nicht mehr als solche zu hören und zu sehen sind -so sagt es gern der befragte Bürger – dann ist die Integration wohl gelungen. Aber dem liegt die erzkonservative Phantasie zugrunde, die Integration sei allein eine engagierte Anpassungsleistung des Fremden. Der Deutsche sagt nur, wie er es denn gern hätte. Wenn du so bleiben willst, wie du bist, dann kannst du das als eine gute Sache deuten. Aber wie schrecklich würde es ausgehen, wenn dein Nachbar sich von dir gar nicht mehr unterscheidet? Ihr würdet nicht einmal mehr miteinander reden brauchen, sondern würdet zum selben Bier Jahr für Jahr die selben alten Lieder gemeinsam singen. Eigentlich sind wir partiell ja auch schon viel weiter: Im direkten Kontakt mit dem Fremden erfahren beide Seiten abweichende Sichten auf die Welt, neue Möglichkeiten des Handelns und viel Respekt. Und die Vielfalt wird als Gewinn gedeutet. Es wäre ein Verlust, wenn der Fremde nur als Schützenkönig zeigen kann, wie verdammt gut er integriert ist.


Bei den Türken ist das nicht anders. Es gibt aber Besonderheiten, die dem zugereisten Türken schnell vermitteln, er würde in einer exterritorialen Provinz seines Herkunftslandes leben. Es gibt, über die Jahre gewachsen, größere Familien und Verwandtschaftsbeziehungen in denen sich der Kontakt nach außen auf wenige Personen delegieren lässt. Es gibt Infrastrukturen, die oft flächendeckend den Konsum, die Religionsausübung, die Politik, die Kultur und die Folklore ohne einen erkennbaren Integrationsanspruch und in türkischer Sprache ermöglichen. Die Elemente dieser Infrastruktur holen den Glanz des großtürkischen Reichs zurück und folgen damit auch der für Weltbürger höchst gewöhnungsbedürftigen Überbetonung alles Türkischen. Das hat eine Tradition, die Atatürk über die Zeit sogar mit Erdoğan verbindet. In einem Fahnenmeer verzehrt sich eine großsolidarische Türkischtümelei, die bereits vor Jahren von Erdoğan in seinen exterritorialen Wahlkampftreden bedient wurde: Alle sollen fleißig Anpassungen im fremden Land leisten, und dabei nie vergessen, dass sie das alles nur für die Türkei tun. Erdoğans Erwartungen an die Gesellschaft und an den Einzelnen Fällen zusammen. Eine Diversität ist nicht vorgesehen. So kommod lässt sich Leben, wenn man sich als Fremder so erzkonservativ einrichtet, wie es dem beliebtesten deutschen Integrationsverständnis entspricht, obwohl man es sich ja eigentlich als Fremder nicht leisten kann. Die weitgehende Abkapselung türkischer Lebenswelten macht das aber möglich. Es ist also ein Missverständnis, wenn auf diese Art und Weise die Fremden zu Einheimischen der exterritorialen Extraklasse werden. Größere Institutionen in der türkischen Community tun aber alles dafür, die Idee der türkischen Provinz in Deutschland zu füttern und haben Zuspruch damit. Das alles wird über die grenzenlos zusammengewachsene Medienwelt zusätzlich unterstützt. Kein Fremder muss deutsche Nachrichten hören, sehen oder lesen, wenn er Türke ist. In Deutschland wird türkischer Wahlkampf betrieben und niemandem fällt auf, dass die Souveränität eines Landes an dessen Grenzen endet. Es wird in einem stark laizistisch ausgerichteten Land, die in der Türkei dominante Religion über eine spezifische türkische Staatsbehörde so ausgebaut, dass den Menschen in der Auslandsprovinz jederzeit gesagt werden kann, was für sie gut sein soll und er wird sogar bespitzelt.


Im Alltag und an der Nahtstelle zum deutschen Leben gibt es allerdings zahlreiche Verwerfungen, die sich mit den Mitteln der türkischen Community kaum verstehen, geschweige denn bewältigen lassen. Wenn es um die unvermeidlichen Kontakte zu deutschen Institutionen geht, dann muss der Enkel oft dem Arzt die Symptome der Großmutter schildern, bevölkern Großfamilien Krankenhauszimmer, fordern zahlreiche türkische Institutionen im Schulterschluss mit ihrem Klientel, eine Möbelkette zu boykottieren, weil sie Fußmatten mit dem Symbol einer Moschee anbietet. Es werden auf Wunsch türkischer Institutionen mit dem Ziel der Integration Erwachsenenbildungsveranstaltungen mit deutschen Integrationsmitteln gefördert, in denen schließlich bei aller propagierte Offenheit Türken unter sich sind. Und bleiben. List man allein die Webseiten aus den in Deutschland tätigen türkischen Communitys, liest man kaum etwas auf Deutsch und die Phalanx der Vorsitzenden ist wichtiger als der Inhalt. Alle Ziele sind beanstandungslos, Belege über die Verwirklichung sind dürftig. Dazu gibt es unzählige weitere Beispiele.


Die Toleranz, die Freiheitsrechte nach sich ziehen, schwappt bisweilen in die Gleichgültigkeit, in der solch fragwürdige Entwicklungen von und in Konkurrenzgesellschaften gern übersehen werden. Man guckt hin und fragt erst, wenn es unübersehbar ist. Es wäre hilfreich, so etwas zeitiger zum Thema zu machen.


Nun ist es so, dass es sehr viele Menschen aus der Türkei gibt, die hier so heimisch geworden sind, dass sie sich vorrangig und autonom außerhalb türkischer Lebenswelten orientieren. Selbst wenn sich an türkischen Operettenabstimmungen teilnehmen können, entscheiden sie sich gern mit demokratischen Anspruch dagegen. Sie sind unter den ca. 50% derer zu finden, die – aus welchen anderen Gründen auch immer – nicht gewählt haben.
Das selbst gemachte Problem mit der Volksabstimmung in der Türkei auf der deutschen Seite besteht wohl darin, dass es überhaupt zwei konkurrierende Integrationswege bei beiderseits defizitärem Integrationsverständnis gibt. In solchen Situationen der Konkurrenz neigt man dazu, die Konfliktlinien zum eigenen Wohl zu verschieben und einen Schuldigen zu suchen. Der Fremde war immer schon Schuld und für den Fremden selbst bleibt nur der Einheimische, der ihn ständig zurück weist.


Es ist klar, dass man dann auch einmal gern eine totalitäre Verfassungsstruktur in der Türkei wählt, um die als abweisend eingeschätzten Deutschen zu treffen. Man nutzt mangels Alternativen ein falsches Objekt und eine fragwürdige Hypothese für ein richtiges Ziel.


Im Alltag versteht das niemand mehr … Es hilft also nur noch das Reden und ich bin sicher, dass sich immer ein guter Gesprächspartner findet.

Siehe auch

 

DITIB: Wenn ein Staat Religion an den Mann bringt und exportiert

Im Grunde seit Martin Luthers Sicht auf die Welt oder doch wenigstens seit der Französischen Revolution ist es eine Errungenschaft, den Staat ohne ein kompatibles Religionsverständnis zu betreiben. Die Trennung von Staat und Kirche ist uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Das heißt, dass die Religionsausübung in Rahmen weltlichen Rechts zu erfolgen hat und dass sich der Staat für seine Zwecke nicht in die Religionsausübung eingreifen darf.

Dieses Verhältnis hat sich allgemein bewährt, wenn es auch weiterhin Streitereien über tradierte Besitzstände der Kirchen gibt.
Dem Religionsverständnis des Islam ist das überwiegend fremd und damit wechselwirkend fremd in Staaten, die hauptsächlich islamisch geprägt sind. Die Religion des Islam hat selbstverständlich eine derart weltlich Seite, dass sie nicht nur sagt, was gut und richtig oder aber verboten ist, sie trachtet danach, Wirkregeln mit Gesetzeskraft vorzugeben. Es gibt also ein islamisches Recht, das aus Offenbarungen und nicht aus dem Willen des Volkes abgeleitet ist und das sich das Volk mit Hilfe der Religion zu eigen machen soll. Diese Scharia unterliegt in der Praxis unterschiedlichen Deutungen und hat vor allem dann eine konkurrierende Wirkung zum staatlichen Recht, wenn irgendwo die Bindung an ein bestimmtes Islamverständnis absolute Bedeutung zugesprochen wird.
Das neuzeitliche Demokratieverständnis, das auf den Freiheitsrechten basiert, ist mit dem organisierten Islam nur selten vereinbar. Es ist freilich nicht auszuschließen, dass sich unabhängige Moslems in Gemeinden innerhalb der staatlichen Rechtsordnung zufrieden zusammenfinden. Allzu häufig ist das aber nicht der Fall, wie die ins Gerede gekommenen salafistischen Gemeinden zeigen.
Nun war es lange Zeit so, dass die 3,5 Millionen Türken in Deutschland in der Religionsausübung keine allgemeine öffentliche Aufmerksamkeit fanden. Die Idee zentraler Moscheen entwickelte sich spät und zunächst auch langsam. Das änderte sich, als die türkische Regierung ein Religionsministerium einrichtete und später mit der Regierung Erdogan, Politik über dieses Ministerium betrieb und dazu die Religion staatsdienlich instrumentalisierte. In Deutschland wurden die Tendenzen, Politik über Moscheen und deren Imame zu betreiben eher folkloristisch oder als Spielart einer respektablen Weltreligion betrachtet. Dabei ist seit vielen Jahren klar, dass die in Deutschland vom türkischen Staat betriebenen DITIB-Moscheen, vorrangig für den türkischen Staat arbeiten, der auch die Imame anstellt und den Islam selbst für seine Zwecke spezifiziert. Alternativen dazu gibt es in Deutschland kaum. Freigläubigen und eigenwilligen Türken wird das Leben schwer gemacht. Der Deutsche Staat bekommt das nur mit, wenn entsprechende Attacken in strafbaren Übergriffen enden.
Dass nun deutsche Lehrer von der DITIB bespitzelt werden verwundert nicht. Wahrscheinlich gibt es das als Eigenleistung dieser Gemeinden schon lange.
Dass die DITIB auch als wichtiger Kooperationspartner deutscher Ministerien arbeitet, um einen Islamunterricht in deutschen Schulen zu etablieren, war bisher darin begründet, dass die DITIB im Vergleich die überwiegende Anzahl moslemischer Gläubiger hinter sich hat. Nicht im Blick war bisher das staatlich reglementierte Religionsverständnis, das sich weder mit einem diskursiven Islamverständnis noch mit einer demokratischen Daseinsgestaltung verträgt.
Was und wie jemand glaubt, das hat den Staat in seinem Selbstverständnis nicht zu interessieren. Wenn – wie im Fall der DITIB – allerdings geltendes Recht unterlaufen wird und heilige Bücher so gedeutet werden, dass die türkische Regierung per se im Recht ist, dann ist es Zeit, auch einmal die Verfassungsfrage zu stellen. Offenbar etabliert sich hier unter der Religionsfreiheit eine Wahrheitsorganisation, die fremden Mächten dient und in die demokratisch verfasste Gesellschaftsordnung hineinregnet.
Herr Erdogan hat ja schon oft seinen Wahlkampf nach Deutschland getragen und Wohlverhalten für die türkische Sache und den Himmel eingefordert. Jetzt verankert er sein Standbein in Deutschland.

Bei alldem ist es wohl erforderlich, der DITIB die Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu untersagen. Sie ist als staatliche türkische Einrichtung nämlich nicht selbständig reformierbar. Die Bildung unabhängiger Glaubensgemeinschaften als ein Ersatz wäre dagegen zu fördern.

Wohin mit den jungen Männern aus Nordafrika, die ihr Glück auf Kosten anderer suchen oder sich direkt für Allah den Weg frei schießen?

Es ist grotesk! –

In Tunesien gibt es in diesen Tagen auf den Straßen starke Proteste der Bevölkerung gegen Terroristen und andere Gewalttäter, die nach Einsätzen bei diesem IS oder nach kriminellen Geschäften in Europa in das Land selbständig oder eben über Abschiebungen zurückströmen. Es wird von den Protestierenden verlangt, dass sie nicht mehr das Land ihrer Zugehörigkeit zurückgelassen werden.
Diese Proteste sollte man ernst nehmen. In Europa meint man ja bisher, die Länder im nördlichen Afrika würden die zögerliche Rücknahme im Rahmen der Abschiebung in einer arroganter Ausformung ihrer Autonomie verweigern. Offenbar ist es aber so, dass dort ein Reimport tausender Täter mit schlechter Sozialisationsprognose und der Zuwachs an Gewalt und Rücksichtslosigkeit vom Staat kaum bewältigt werden kann. Es reichen nicht einmal die Gefängnisse aus.
Da bleibt kurzfristig nur der Abschiebenstop und die widersinnige Idee, den „Islamischen Staat“ anzuerkennen und ihn dann als „sicheren Drittstaat“ zu markieren, um die Abschiebungen in eine neue, erfolgversprechende Richtung zu lenken.
Ernsthaft gedacht, ist es also erforderlich, nicht nur mit den betroffenen Staaten über die reibungslose Aufnahme ihrer Staatsbürger zu verhandeln, sondern mit weltpolitischer Perspektive auch noch Hilfsmittel bereit zu stellen, um mit dem betroffenen Klientel bei alledem sozialverträglich und gerecht umzugehen.