{"id":6370,"date":"2022-02-16T17:25:37","date_gmt":"2022-02-16T16:25:37","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=6370"},"modified":"2022-02-16T17:25:39","modified_gmt":"2022-02-16T16:25:39","slug":"echotalk-redundanz-de-luxe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=6370","title":{"rendered":"Echotalk &#8211; Redundanz de Luxe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reporter haben es schwer. Bei aller Vorbereitung sind sie darauf angewiesen, v\u00f6llig spontan zu reagieren und k\u00f6nnen nicht einmal zur\u00fcckspulen, wenn sie sich so sehr versprechen, dass der Zuh\u00f6rer die Augen verdreht. Im Fernsehen ist es besonders schwer, weil man ja eigentlich auf das Sprechen verzichten kann, wenn die Bilder alles sagen und trotzdem sprechen muss. Beim Biathlon beispielsweise sind die \u00dcbertragungsstandards so weit entwickelt, dass der Zuschauer vom Reporter lediglich Hinweise auf den Rennverlauf braucht, die man nicht abbilden kann. Und dazu kommen dann immer noch fandienlich Geschichten \u00fcber mehr oder weniger gl\u00fcckliche Lebensumst\u00e4nde antretender Sportler und die Vergleiche bestimmter Sportler mit anderen und Vergleiche zwischen der aktuellen und der zur\u00fcckliegenden Form eines bestimmten Sportlers. Solche Vergleiche werden stets mit der Behauptung eingeleitet, dass da etwas \u201enicht vergleichbar\u201c sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mit der Unvergleichbarkeit von Vergleichen hat mich schon erheblich belastet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt kommen die Echokommentare hinzu. Ich sehe beispielsweise im Bild, dass ein Biathlet ausgerechnet mit dem letzten Schuss nicht getroffen hat. Das Teilereignis ist optisch, also wortlos, von mir aufgenommen und verwertet worden. W\u00e4hrend ich dem Ablauf des Wettbewerbs weiter folge, sagt dann der Reporter mit einer Echoverz\u00f6gerung, dass der letzte Schuss das Ziel verfehlt hat und so weiter. Dieses Echo wiederholt sich in jeder Sport\u00fcbertragungen zigfach und produziert stotternde Gedanken. Manchmal habe ich sogar den Gedanken, der Reporter h\u00f6rt mir zu und gibt dann meine Worte an die \u00d6ffentlichkeit weiter. Es ist sogar schon passiert, dass ich aus dem Medienzimmer in die K\u00fcche gerufen habe: \u201eAu, au, au &#8211; ich glaube, es wird nichts mit dem Stockerl!\u201c Und dann kommt aus dem Off: \u201eAu, au, au &#8211; ich glaube, es wird nichts mit dem Stockerl!\u201c Das \u00e4hnelt einem Telefongespr\u00e4ch mit einer R\u00fcckkopplung, die mir zeitversetzt meine eigene Stimme vorspielt. &#8211; Da wirst du bekloppt \u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich lobe mir die Fernsehreporter der 60er Jahre, als man im Bild die Fu\u00dfballspieler kaum unterscheiden konnte und fast alles in der Totalen \u00fcbertragen wurde: Da hat der gute Reporter nur immer die Namen der ballf\u00fchrenden Spieler genannt und leicht moduliert. Das war hilfreich. Wer mehr h\u00f6ren wollte musste damals das Radio einschalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reporter haben es schwer. Bei aller Vorbereitung sind sie darauf angewiesen, v\u00f6llig spontan zu reagieren und k\u00f6nnen nicht einmal zur\u00fcckspulen, wenn sie sich so sehr versprechen, dass der Zuh\u00f6rer die Augen verdreht. 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