{"id":560,"date":"2014-07-23T22:53:27","date_gmt":"2014-07-23T20:53:27","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?page_id=560"},"modified":"2016-12-14T17:39:12","modified_gmt":"2016-12-14T16:39:12","slug":"israeli-und-palaestinenser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=560","title":{"rendered":"Israeli und Pal\u00e4stinenser"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<p>Israeli und Pal\u00e4stinenser haben sehr viel miteinander zutun:<\/p>\n<p>Sie teilen nicht nur in kultureller N\u00e4he eine Vorliebe f\u00fcr Falafel und viele andere Speisen und Getr\u00e4nke. Sie teilen auch das Land. Sie teilen sogar ihre Geschichte seit Sem, einem Sohn des Urvaters Noah, wie die j\u00fcdischen, islamischen und auch christlichen verbindlichen Texte es darstellen. Wenn man so will, sind Juden und Moslems also allesamt Semiten. Insofern w\u00e4re der immer wieder aggressiv polarisierend diskutierte Antisemitismus als ein Angriff auf Israeli wie auch auf Pal\u00e4stinenser zu verstehen.<br \/>\nDer Staat Israel ist aus einer langen Sehnsucht der Juden nach ihrem eigenen Land auf historischem Boden entstanden, dann aber schlie\u00dflich aus der Not anl\u00e4sslich des Holocaust in Deutschland auch eingerichtet worden. Die urspr\u00fcnglich entspannte Situation zwischen den V\u00f6lkern in Pal\u00e4stina zum Beginn des 20. Jahrhunderts findet man auch heute noch in vielen nachbarschaftlichen Begegnungen. In Jugendbegegnungen und Kulturprojekten wachsen Freundschaften.<br \/>\nDie Situation hat sich trotzdem zugespitzt in einem Kampf um Ressourcen. Der verfasste j\u00fcdische Staat Israel hatte dabei die wirksamen Mittel, das Leben der Juden im eigenen Staat mit Ressourcen auszustatten und zu etablieren. Die soziale Lage war schlie\u00dflich der Anlass, mit Widerstand f\u00fcr die Rechte und den Wohlstand der Pal\u00e4stinenser zu sorgen. Erfolgreich war dieser Widerstand eigentlich trotz aller Radikalisierungen nie. Die Strategie Israels war es immer, mit unmittelbarer Vergeltung das an sich doch sehr kleine Staatsgebiet zu sichern und in gewaltreduzierten Zeiten und Gebieten die Infrastruktur so herzurichten, dass eine autonome Entwicklung eines pal\u00e4stinensischen Gemeinwesens nicht m\u00f6glich war. Wenn also &#8211; um es an einem Beispiel deutlich zu manchen &#8211; ein Pal\u00e4stinenser Gem\u00fcse f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt anbaut, braucht lediglich sein Weg zum Flughafen aus vermeintlich \u00fcbergeordneten Interessen blockiert werden, damit er nach sehr hohen Investitionen kurzfristig in der Insolvenz endet.<br \/>\nDie israelische Politik hat auf internationalen Druck Zugest\u00e4ndnisse in der Autonomie gemacht, aber stets die Infrastruktur so kontrolliert, dass sich autarke pal\u00e4stinensischen Gemeinwesen nicht entwickeln konnten. Irgendwann wurde dann die milit\u00e4risch-politische Pal\u00e4stinenservertretung Fatah nach einer Wendung zur Friedfertigkeit zum akzeptablen Gespr\u00e4chspartner, dies aber freilich nicht unter Aufgabe der israelischen Milit\u00e4rdoktrin und der wirtschaftlichen Infrastrukturkontrolle. Hamas f\u00fcllte das Vakuum und setzte den grundlegenden Widerstand der Fatah fort, w\u00e4hrend sich die politische Spitze der Fatah irgendwie mehr oder weniger wohlst\u00e4ndig etablierte, ohne allerdings die Mehrzahl der Pal\u00e4stinenser auf diesem Weg mitzunehmen. Das Konkurrenzverh\u00e4ltnis von Fatah und Hamas entwickelte sich immer extremer. Es verbirgt sich allerdings h\u00e4ufig hinter einer gemeinsamen Feindschaft gegen\u00fcber Israel, die mittlerweile als kleinster Nenner aller Moslems der Region gilt. Die Konkurrenz ist so extrem, dass sich die Parteien sogar die f\u00fcr Pal\u00e4stinenser reservierten Autonomiegebiete teilen. Auf diese Weise wurde Hamas zur herrschenden Kraft im Gazastreifen, einem sehr kleinen und v\u00f6llig \u00fcberbev\u00f6lkerten Landstrich. Eine Gemeinsamkeit der beiden Bewegungen zur Ausgestaltung Pal\u00e4stinas zum Staat findet trotz vieler Versuch bisher nicht statt. Im Gazastreifen geht es nicht demokratisch zu, weil eine Vielfalt politischer Meinungen und Parteien bisher nicht entwickelt ist und sich wohl auch nicht entwickeln kann, wenn Hamas die Szene milit\u00e4risch beherrscht und das milit\u00e4rische Handeln zudem allein schon r\u00e4umlich unmittelbar mit dem Leben der Menschen verbunden ist.<br \/>\nIn der zugespitzten aktuellen Situation erf\u00e4hrt Israel deutlich, dass die Doktrin der durchgreifenden Kampfhandelns bei Angriffen die Verh\u00e4ltnisse nicht zum Besseren wendet. Hamas kann nach alledem auch nicht \u00fcberrascht sein, dass Israel mit aller Kraft zur\u00fcckschl\u00e4gt. Hamas erzwingt die Toleranz und Zustimmung der Bev\u00f6lkerung, die einfach nur den menschenw\u00fcrdigen Frieden haben will, aber ausweglos gebunden und ausgeliefert ist. Hamas sollte sich allererst f\u00fcr ein vielf\u00e4ltiges Gemeinwesen mit politischer Willensbildung stark machen und damit eine Selbstbestimmung der Pal\u00e4stinenser auf den Weg geben. Angesichts des beidseitig zu verantwortenden Massensterbens bleibt es allerdings fragw\u00fcrdig, ob sich die Hamas &#8211; vielleicht nach dem Vorbild der Fatah &#8211; wandeln kann und will, zumal sie haupts\u00e4chlich ideologisch und materiell durch die Moslembr\u00fcder aus \u00c4gypten und die Herrscher Katars belebt wird und ihre Existenz bereits durch Friedfertigkeitsversuche aufs Spiel setzen w\u00fcrde.<br \/>\nim Gegensatz zum Gazastreifen verf\u00fcgt Israel \u00fcber eine demokratische Willensbildung, die allerdings in st\u00e4ndiger Angst und mit einer bestimmten Geschichte auch nicht so einfach mit friedfertigeren Impulsen fortgeschrieben werden kann. Jeder Israeli kennt pers\u00f6nlich Menschen, die zu Opfern von Attentaten wurden. Angesichts eines nicht endenden Raketenbeschusses und wildester Tunnelgraberei unter der Grenze neigt auch der wohlwollende Israeli dazu, damit mit allen Mitteln ein f\u00fcr alle mal Schluss machen zu wollen. Weil die Hamas unendlich nachger\u00fcstet wird, ist so ein Erfolg aber wohl unrealistisch.<\/p>\n<p>Aktuelle Proteste in anderen L\u00e4ndern weisen zurecht darf hin, dass es so nicht weitergehen kann. Einseitige Stellungnahmen, die offenbar \u00fcberwiegen, die also einen der Kontrahenten verurteilen und den andern loben, sprechen eigentlich f\u00fcr die Gewalt, die zum Problem geworden ist. Das Szenario wirkt in diesen Tagen insgesamt wie eine fast weltumspannende Kampagne gegen &#8222;die Juden&#8220;. Der Einsatz von Kindern bei diesen Protesten zeigt, dass f\u00fcr eine weltweite Stimmungsmache jedes Mittel Recht ist. Die Kinder werden instrumentalisiert, wie offenbar auch mit mehr oder weniger Druck zahlreiche Exilpal\u00e4stinenser und Moslems unterschiedlicher Herkunft. Mit dieser Art des Protestes werden die B\u00fcrgerrechte extensiv ausgenutzt. Es wird nicht nur dazu aufgerufen, im Namen der Menschenrechte die Menschenrechte des eingerichteten Feindes zu unterbinden, es werden eben auch die Rechte der eigenen Kinder derart unterlaufen, dass es an einen Missbrauch des Sorgerechts grenzt, wenn Eltern ihre Kinder f\u00fcr so einen Protest auflaufen lassen.<\/p>\n<p>Der Protest meiner Wahl w\u00e4re die \u00f6ffentlich exponierte Pr\u00e4sentation einer N\u00e4he zwischen Juden und Pal\u00e4stinensern als Semiten, wie ich sie selbst aus Israel und Pal\u00e4stina kenne und wie es sie vielerorts auf der Welt gibt.<\/p>\n<p>Macht das doch einfach mal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israeli und Pal\u00e4stinenser haben sehr viel miteinander zutun: Sie teilen nicht nur in kultureller N\u00e4he eine Vorliebe f\u00fcr Falafel und viele andere Speisen und Getr\u00e4nke. Sie teilen auch das Land. 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