{"id":5453,"date":"2019-08-10T14:48:49","date_gmt":"2019-08-10T13:48:49","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5453"},"modified":"2023-11-08T12:33:10","modified_gmt":"2023-11-08T11:33:10","slug":"zigarre-verpasst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5453","title":{"rendered":"| Zigarre verpasst |"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"267\" height=\"251\" data-attachment-id=\"5454\" data-permalink=\"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?attachment_id=5454\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/image.png?fit=267%2C251&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"267,251\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/image.png?fit=267%2C251&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/image.png?fit=267%2C251&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/image.png?resize=267%2C251&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5454\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich mag Geschenke! <br \/>Seit verdammt vielen Jahren werde ich nun beschenkt. Ich sehe im R\u00fcckblick eine Entwicklungslinie des Schenkens, von der ich mich aber immer weiter entferne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschenke und  auch die tragende Philosophie des Schenkens haben sich so sehr gewandelt, dass ich alte Geschenke und neuere Entwicklungen so sehr beklage, dass ich immer mehr aus der Zeit falle, ohne mir aber die Freude an Geschenken nehmen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Kindheit waren Geschenke bescheiden. Deren Hauptzweck war &#8211; sehen wir einmal von den Sonderf\u00e4llen der Bestechung und der Versorgung mit \u00fcberf\u00e4lligen neuen Kleidungsst\u00fccken ab &#8211; dass der Schenkende an einer Verbindung weiter kn\u00fcpft, die ihn mit dem Beschenkten verbindet. Dabei waren und sind Einf\u00fchlsamkeit und aber auch Selbstdarstellung gefragt. Denn es geht ja immer um zwei Menschen, die ein Geschenk verbindet. Das Risiko bleibt dabei, dass die Verbindung nicht immer gest\u00e4rkt wird, n\u00e4mlich dann, wenn das Geschenk nur einem oder gar keinem der Schenkungsbeteiligten gef\u00e4llt. Man hat in zur\u00fcckliegender Zeit dann einfach gesagt: \u201eAch, das gef\u00e4llt mir, Danke!\u201c,&nbsp; und alles blieb vor\u00fcbergehend in Ordnung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittlerweile gibt es ja Geschenke auf Bestellung, die man in freiheitlichen Zusammenh\u00e4ngen sogar noch aus einer vorbereiteten Liste aussuchen darf. Das ist dann industriell eingedampfte Einf\u00fchlsamkeit und die Selbstdarstellung des Schenkenden bleibt g\u00e4nzlich auf der Strecke. Die Beziehung zwischen den Geschenkbeteiligten ist dabei jedenfalls unwichtiger als der Rahmen, den das Geschenk kosten darf. Ein selbstgeschriebenes Gedicht, das manchmal lebenslang begl\u00fccken kann, steht auf solchen Listen kaum. Man kann auch alles bequem \u00fcber einen Geschenkladen &#8211; gern auch online &#8211; abwickeln, der auch Anteilsscheine an gr\u00f6\u00dferen Geschenken verkauft. Wer so reich ist, dass ihm die Annahme von Geschenken peinlich w\u00e4re, der leitet die in Finanzstr\u00f6me konvertierten Geschenke ohnehin auf das Konto eines Anbieters im globalen Altruismusgewerbe und hat sich das l\u00e4stige Unboxing und folgende Unannehmlichkeiten erspart. Das mache ich alles nicht mit! Auch Origamigeldscheine habe ich bei aller Unberechenbarkeit nicht im Portefeuille.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Kindheit waren noch Geschenke gern gesehen, die f\u00fcr Kinder aus der Erwachsenenwelt entlehnt wurde und heute als b\u00f6sartige Manipulation gedeutet w\u00fcrden. Ich erw\u00e4hne nur nebenbei den funkenspr\u00fchenden Panzer, der ab und zu mit seinen Ketten \u00fcber meine Bettdecke fuhr, wenn ich krank war. Als Kind bekam ich nicht selten Schokoladenzigaretten geschenkt. Die Geschenkindustrie und die korrespondierenden Geschenkmoden haben zwar ihre Zielgruppen im Griff wie nie zuvor, aber eine segensreiche Wirkung von Kinderzigaretten zu inszenieren, war dann wohl doch zu teuer. Man h\u00e4tte ja auch gleich die gesundheitspolitische Debatte um das Rauchen f\u00fcr Erwachsene ausrotten m\u00fcssen, um Kinderzigaretten gewinnbringend verkaufen zu k\u00f6nnen. Und nun ist die Schokoladenkinderzigarette ersatzlos vom Markt verschwunden und die echte Zigarette folgt ihr mit zeitlichem Abstand sogar gehorsam und ohne Qualm zu hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich erz\u00e4hle das nur, weil mir in Kindertagen meine Oma zu Weihnachten gar Schokoladenzigarren geschenkt hatte. Sie waren so t\u00e4uschend echt rekonstruiert, dass sie von echten Zigarren in ihrem gediegenen Kistlein nicht zu unterscheiden waren. Ich merkte dann aber bald, dass sie gar nicht aus Schokolade waren. Ich habe mich vorschriftsm\u00e4\u00dfig bedankt und die hei\u00dfe Ware schmerzlos an meinen Vater weitergegeben. Entt\u00e4uscht war ich nicht. Meine Oma hatte sich eben geirrt. Aber sie war insgesamt irgendwie lustig, beanspruchte meine Toleranz aber bis zum \u00c4u\u00dfersten, als sie mir an meinen Cowboyhut Federn des verstorbenen Kanarienvogels ann\u00e4hte, um mir eine Freude zu machen. Heutzutage betone ich meine Seelenverwandtschaft mit den Indianern \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mag Geschenke! Seit verdammt vielen Jahren werde ich nun beschenkt. Ich sehe im R\u00fcckblick eine Entwicklungslinie des Schenkens, von der ich mich aber immer weiter entferne. 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