{"id":5190,"date":"2018-09-29T12:37:16","date_gmt":"2018-09-29T10:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5190"},"modified":"2018-09-29T19:37:01","modified_gmt":"2018-09-29T17:37:01","slug":"nabucco-ist-italienisch-und-heisst-schinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5190","title":{"rendered":"Nabucco ist italienisch und hei\u00dft Schinken"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war gestern in der Oper Nabucco. Verdi, kennt man doch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle kamen nur wegen des Gefangenenchors im 3. Akt. Davor hat mich vor allem beeindruckt, wie auf der B\u00fchne aus dem Nichts alle fiesen Gef\u00fchle dieser Welt sich in kollektiven Stimmungen niederschlugen. Ich meine, man kann das ja vielleicht im Libretto nachlesen, worin die \u00e4u\u00dferst dramatische Gef\u00fchlslage begr\u00fcndet ist. Aber wer macht das schon? Das bei mir eigentlich sehr beliebte Regietheater machte es unm\u00f6glich, voraussetzungslos zu erkennen, dass die Oper die Babylonische Gefangenschaft zum Thema hat. Da ist dann also von diesem und jenem Gott die Rede und welcher besser ist und man fragt sich als unvorbereiteter Theaterbesucher doch schon, um welche G\u00f6tter es denn da so geht. Im B\u00fchnenbild stand auch zeitweise BAB. H\u00e4tte ich g\u00fcnstiger gesessen, h\u00e4tte ich ja wahrscheinlich auch noch YLON gelesen und w\u00e4re von der Idee abgekommen, es ginge auch um K\u00f6lsche T\u00f6n. Babylon w\u00e4re ja ein plumper Hinweis gewesen. Jede Stadt hat ja eine Disco gleichen Namens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gefangenenchor hat erwartungsgem\u00e4\u00df dann daf\u00fcr gesorgt, dass es allen gefallen hat. Bis zum Ende nahm die Dramatik gewaltig zu und ich konnte die ganz tiefen und breiten B\u00fchnengef\u00fchle dann auch etwas nachvollziehen. Abigaille hatte einige Probleme, die \u00dcberg\u00e4nge zwischen laut und leise, hoch und tief zu modulieren, sang aber trotzdem sehr gut, wie alle anderen auch. F\u00fcr meinen Geschmack war der Gefangenenchor allerdings etwas zu leise. Aber in der Gefangenschaft gebrochene Menschen singen ja auch nur notgedrungen und unperfekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesang war \u00fcbrigens in der Sprache der Urauff\u00fchrung italienisch mit deutschem Obertitel. Man konnte also mehr verstehen, als es bei der Verwendung der deutschen Sprache ohne Obertitel m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Allerdings hat es mich gewundert, dass der sp\u00e4rliche und floskelige Text in derart lange Gesangspassagen umgesetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Erlebnis war &#8211; wie oft im Theater &#8211; die Pause. Jemand \u00fcberlegte laut, was Nabucco eigentlich sei. (Es ist selbstverst\u00e4ndlich der italienische verk\u00fcrzte Name des Babylonischen K\u00f6nigs Nebukadnezar II.) Da blieb mir, als vermeintlichem Publikumsnesth\u00e4kchen nur zu sagen: &#8222;Nabucco ist kein Frischk\u00e4se. Es ist italienisch und hei\u00dft Schinken.&#8220;<br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war gestern in der Oper Nabucco. Verdi, kennt man doch. Alle kamen nur wegen des Gefangenenchors im 3. Akt. Davor hat mich vor allem beeindruckt, wie auf der B\u00fchne aus dem Nichts alle fiesen Gef\u00fchle dieser Welt sich in kollektiven Stimmungen niederschlugen. 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