{"id":5139,"date":"2018-07-10T11:44:31","date_gmt":"2018-07-10T09:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5139"},"modified":"2018-07-24T11:46:17","modified_gmt":"2018-07-24T09:46:17","slug":"zur-fussball-wm-2018-ein-tor-ist-ein-tor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5139","title":{"rendered":"Zur Fu\u00dfball WM 2018: Ein Tor ist ein Tor"},"content":{"rendered":"<p><i><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5128\" data-permalink=\"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?attachment_id=5128\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?fit=400%2C728&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,728\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 5s&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1503406551&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;32&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.003968253968254&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Fu\u00dfball\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?fit=165%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?fit=400%2C728&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-5128 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?resize=165%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?resize=165%2C300&amp;ssl=1 165w, https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fu%C3%9Fball.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/>\u00a0Die Fu\u00dfballweltmeisterschaft lebt vom Hinten-dicht-machen und den vergeblichen Versuchen fast aller Torj\u00e4ger und davon, dass die Opulenz des Ereignisses alle Beteiligten sichtbar \u00fcberfordert. Ich habe deshalb zum Tagesgeschehen nach und nach viele Anmerkungen gemacht, die nur selten mit dem Wesenskern des Sports zu tun haben.<\/i><\/p>\n<p><i>Ich verdichte hier mal meine verstreuten Miniaturen zum Ereignis.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich m\u00f6chte gern als WM-Orakel arbeiten. Angebote als PN.<\/p>\n<hr \/>\n<p>WATUTINKI hei\u00dft der Ort, in dem die deutsche Mannschaft bei der Fu\u00dfballweltmeisterschaft wohnt. Mich beschleicht die Ahnung, dass der Ort von Stefan Raab gegr\u00fcndet wurde, der deshalb dort nun Ehrenb\u00fcrgermeister ist. Wir werden sehen \u2026<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wenn der Torh\u00fcter den Ball beim ersten Zufassen nicht festh\u00e4lt, dann sagt so ein Reporter stets: &#8222;Leichte Unsicherheit!&#8220; &#8211; Na gut, was soll er auch anders sagen? Vielleicht: &#8222;Oh, eine vermutlich entwicklungsbedingte motorische St\u00f6rung! Deswegen musste er vor seiner Profilaufbahn auch seine Ausbildung zum Kellner abbrechen.&#8220; &#8211; Ehrlich gesagt: Wenn man schon etwas sagen muss, dann gef\u00e4llt mir die von mir ausgedachte Variante besser.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wenn<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>der Schiedsrichter pfeift, dann ist das Spiel unterbrochen. Dann sagt der Reporter: &#8222;Das Spiel ist unterbrochen&#8220;.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>&#8211; Na gut, was soll er auch anders sagen? Vielleicht: &#8222;Mehrere Spieler haben sich nach Hinweis an den Schiedsrichter in die Box gelegt, weil sie wollen, dass die Zeit ohne Fu\u00dfballspiel vergeht, um ihr Geld m\u00f6glichst angenehm zu verdienen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>&#8211; Ehrlich gesagt: Wenn man schon etwas sagen muss, dann gef\u00e4llt mir die von mir ausgedachte Variante besser.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bei Sport1 habe ich heute &#8222;So hei\u00df sind Schwedens Spielerfrauen&#8220; gelesen. Und dann kamen nur Bilder. Ich wei\u00df echt nicht, was ich damit machen soll.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachdem der Fu\u00dfballheld Kross festgestellt hat, dass so ein Spieler Eier haben muss, ergab sich in der WM-Home-TV-Scene sofort die Frage, mit welchen K\u00f6rperteilen man eigentlich regelgerecht Tore schie\u00dfen kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Fu\u00dfball ist nun doch mittlerweile ein Spiel intellektueller Geister. Das d\u00fcrfte auch den Sch\u00f6ngeistern gefallen, wenn sie sich mal die M\u00fche machen w\u00fcrden. Ich habe an den Kommentaren von Frau Neumann nichts auszusetzen. Wenn man nicht abliest, passiert es allen anderen Kommentatoren auch, dass sie Vergleiche und Einsch\u00e4tzungen mitteilen, die sie gern im Nachhinein streichen w\u00fcrden. Vor 30 Jahren noch haben die Kommentatoren nur jeweils die Namen der ballf\u00fchrenden Spieler genannt, weil sie aus ihrer Position die R\u00fcckennummern lesen konnten und beim Tor die einge\u00fcbt Begeisterung gezeigt. Allein die Rundfunkreporter waren damals Stars. Auch wenn meistens das Leder zu h\u00e4ufig geschlenzt wurde. Aber das haben die Sch\u00f6ngeister ja nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Um in diesen Tagen der WM-Home-TV-Scene und den dort t\u00e4tigen\u00a0abermillionen Schiedsrichtern einmal einen neuen Impuls zu geben, habe ich heute w\u00e4hrend der \u00dcbertragung Eierlik\u00f6r getrunken. F\u00fcr die Nachspielzeit habe ich als H\u00f6hepunkt den in der Flasche verbleibenden Rest mit Limonade aufgemischt und getrunken. \u2014 Ich ging als Sieger vom Platz. Morgen reihe ich mich wieder ein und trinke Bier. Versprochen!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich habe mich schweren Herzens davon \u00fcberzeugen lassen, dass Portugaller sich gegen Portugiesen nicht durchsetzen wird. Meinen Sprachgebrauch habe ich notgedrungen angepasst. Was haltet ihr eigentlich von den Senegiesen?<\/p>\n<hr \/>\n<p>Heute gab es wieder eine 11-Meter-Entscheidung, die journalistisch so kommentiert wurde: &#8222;Das war nicht genug!&#8220; &#8211; also genug des Fouls im Strafraum. Bisher war ich der Meinung, dass die Fu\u00dfballregeln weitestgehend spielraumfrei sind, damit der Einfluss des Schiedsrichters auf das Spiel minimiert wird. Wenn es aber so ist, dass das Foul auf einer Scala einsortiert und dann auch noch eine Grenze bestimmt werden muss, wo auf der Scala das Foul beginnt, dann ist jeder Schiedsrichter \u00fcberfordert, denn er hat gar keine Zeit, so eine Zuordnung vorzunehmen. Es bleibt also eine ziemlich beliebige Zufallsentscheidung, der man ganz einfach widersprechen kann. &#8211; Das ist doch recht merkw\u00fcrdig in einer Zeit der Videobeweise.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die deutsche Mannschaft wiederholt ihre Fehler aus den Vorbereitungsspielen. Die mexikanische Mannschaft k\u00e4mpft, nutzt die Fehler und siegt verdient. Alle Akteure waren makellos frisiert! Aber woher kommt die Hoffnung, dass das n\u00e4chste Spiel der Deutschen besser sein wird?<\/p>\n<hr \/>\n<p>Renovierung der Fanmeile<\/p>\n<p>Das Areal ist begrenzt. Man kann es wahlweise als Strecke oder Fl\u00e4che mit zwei Stellen hinterm Komma vermessen und aus dem Ergebnis jeweils einen individuellen Namen ableiten, wahlweise in Kilometern oder traditionell in Meilen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich komme darauf, weil Kneipen neben Hochschulen mit Vorliebe Vierkommaf\u00fcnf hei\u00dfen. \u2014 Geschafft!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Julian Brandt und Mats Hummels haben angeblich kein Tattoo.<\/p>\n<p>Oh Gott, wenn das mal Schule macht!<\/p>\n<p>Es wird sogar der Verdacht gehandelt, einer von beiden w\u00fcrde bef\u00fcrchten, mit einem Tattoo von der eigenen Mutter ermordet zu werden.<\/p>\n<p>Es ist ein Graus mit der deutschen Fu\u00dfballnationalmannschaft. Ein Kompromiss w\u00e4re doch ein Tattoo in der Achselh\u00f6hle f\u00fcr alle, das eine halbierte Zwiebel darstellt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich tr\u00e4ume von einem Film, f\u00fcr den das eine oder andere #Tattoo allein durch K\u00f6rperbewegung animiert wird.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt f\u00fcr diese Idee ist das traditionelle Seemannstattoo mit dem Motiv der nackten Braut, die bei der Bizepsanspannung ihre Br\u00fcste hebt und danach wieder senkt. Das war immer schon gro\u00dfes Kino.<\/p>\n<p>Mit guter Einkauspolitik k\u00e4me es zu einem Endspiel der Fu\u00dfballweltmeisterschaft, das auch noch eine zweite, vollkommen andere Geschichte dar\u00fcber erz\u00e4hlt, wie der Ball rollt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Es ist h\u00f6chst fragw\u00fcrdig zu behaupten, der Sieg Deutschlands gegen Schweden anl\u00e4sslich der Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2018 sei zustande gekommen, weil zuvor nach langer Zeit einmal wieder die Nationalhymne gemeinsam gesungen wurde. Die Hypothese ist zwar zul\u00e4ssig, erfordert aber eine h\u00f6chst aufwendige Versuchsanordnung, um sie widerlegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich vermute eher, dass die Mannschaft besser gespielt hat als der Gegner. Aus der Erforschung der Arbeitergesangvereine wei\u00df man allerdings, dass gemeinsames Singen die Solidarit\u00e4t in einer Gruppe unterst\u00fctzt, wenn man ein deutliches gemeinsames Ziel hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Deutschlandfahnen sind wider Erwarten \u00fcber Nacht zum Ramsch verkommen. Wenn ich die jetzt in rauhen Mengen aufkaufe, kann ich doch \u2026 (vervollst\u00e4ndige den Satz)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich fordere<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span>den sofortigen<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span>R\u00fccktritt von<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span>Sportminister Seehofer!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Heute hat mein B\u00e4cker schon wieder kleine Br\u00f6tchen gebacken.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ja, er ist auch Fan der deutschen Fu\u00dfballnationalmannschaft.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Mein Nachbar sagt immer zu seinem Zahnarzt: &#8222;Geld spielt keine Rolle!&#8220; \u2014 Es muss doch klar sein, dass auch das System Fu\u00dfball mit so viel Geld verstopft ist, dass Geldstrafen immer sehr gern angenommen und beglichen werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>In einem Interview der Welt am 5.7.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>hat Herr Bierhoff entsetzlichen Mist erz\u00e4hlt. Daran zweifelt er selbst nicht. Er sagt, dass er und mehrere andere Verbandsvertreter beim Korrekturlesen nicht gemerkt haben, dass da gar nicht stand was er eigentlich sagen wollte. \u2013 Ich mag das nicht glauben!<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8222;Man h\u00e4tte vor der WM \u00fcberlegen m\u00fcssen, ob man auf \u00d6zil verzichtet, sagte der DFB-Manager gestern. Sogar Mesut \u00d6zil-Gegner kritisieren, dass Bierhoff jetzt so nachtritt.&#8220; (S\u00fcddeutsche Zeitung)<\/p>\n<p>Herr Bierhoff h\u00e4tte wahrscheinlich unmittelbar vor der WM sagen sollen, dass aus gegebenem Anlass nur der Fu\u00dfball z\u00e4hlt und sonst nichts, und dass man sich die \u00dcbelt\u00e4ter \u00d6zil und G\u00fcndogan erst nach der WM vornehmen wird. &#8211;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Aber wer w\u00fcrde so etwas sagen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Genau deshalb kartet Herr Bierhoff jetzt nach. Er wird sich das also nur so gedacht haben f\u00fcr den Fall, dass nicht alles eh im Freudentaumel untergeht und irgendwelche Gaucho als die Bl\u00f6den verh\u00f6hnt werden k\u00f6nnen. &#8211; Man kann vermutlich nicht beides gleichzeitig haben, einen kritischen Umgang miteinander und eine zielgerichtete 11-Freunde-Ideologie sowie dann auch noch einen Sieg, der alles andere unbedeutend erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Erst meckert Nationalmannschaftsmanager Bierhoff und danach jetzt auch noch Fu\u00dfballbundsvorsitzender Grindel am Fu\u00dfballspieler \u00d6zil herum. Grindel stellt sogar die Forderung, \u00d6zil m\u00fcsse sich nach seinem Urlaub irgendwie erkl\u00e4ren. Damit ist der Urlaub dann wohl erst einmal gelaufen. Offenbar scheint dem DFB eine d\u00e4mliche Rechtfertigung nach G\u00fcndogans Art aber auszureichen, denn der hat sich damit wohl vor der Kritik in Sicherheit gebracht. Warum sollte \u00d6zil sich erkl\u00e4ren, wenn er bereits klar gemacht hat, dass er nichts sagen wird? Er k\u00f6nnte damit ja auch nur alles noch schlimmer machen. Der DFB wirkt wie so ein wildgewordener Manager fantasierter Ziele, der die Welt mit Parolen eindeckt und selbst nichts geregelt kriegt. Der DFB h\u00e4tte sich vor der WM &#8211; durch wen auch immer &#8211; ohne wenn und aber, f\u00fcr oder auch gegen \u00d6zil (und G\u00fcndogan) aussprechen k\u00f6nnen. Das hat er aber nicht gemacht. Jetzt ist es zu sp\u00e4t. Man hat wohl nur noch im Repertoire den Deutschen raush\u00e4ngen lassen, der alles so viel besser wei\u00df, dass er glaubt, sagen zu k\u00f6nnen, was f\u00fcr andere gut ist. Armselig \u2026 und so deutsch, dass ich es kaum h\u00f6ren mag.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Jetzt spricht \u00d6zil.<br \/>\nEr spricht \u00fcber seinen Pressetermin mit dem designierten Sultan der T\u00fcrkei, dem es recht war, sich als Sportversteher zu inszenieren. Ich h\u00e4tte \u00d6zil nicht dazu geraten, denn es war mit einer Rechtfertigung zu rechnen. Und Rechtfertigungen machen einen nachgewiesenen Fehltritt nur noch schlimmer.<br \/>\nWer sagt denn seit ewigen Zeiten, dass man Sport und Politik trennen m\u00fcsse? Es sind die schwerreichen Sportfunktion\u00e4re, die \u00fcber ihre N\u00e4he zu Politik immer noch dazu verdienen. Und jedesmal behaupten sie, man w\u00fcrde dem Sport Schaden zuf\u00fcgen, wenn er in der Politik mitspielt. Im Fall \u00f6ffentlich sichtbarer Kooperation mit den Despoten der Welt, behaupten sie sogar, der Sport k\u00f6nnte der mangelnden Demokratie hie und dort entgegenwirken.<br \/>\nDas ganze Trennungsparadigma ist ideologischer Art und glatt gelogen. Jeder Sportler und jede Sportfunktion\u00e4rin muss sich wie jeder B\u00fcrger auch auf alle Wechself\u00e4lle des Lebens einlassen und dazu geh\u00f6rt auch die Politik. Ich wei\u00df nicht, wie Herr \u00d6zil auf diese Trennkost gekommen ist. Hoffentlich nicht in der \u00dcbernahme einer x-fach vorgekauten Folie aus seiner Lebenswelt.<br \/>\nEs ist wie es ist: Wer sich mit einem Sultan zeigt, zeigt auch, dass er demokratische Lebensverh\u00e4ltnisse nicht so ernst nimmt. Er bleibt unter demokratischen Anspr\u00fcchen ein unnahbarer Risikofaktor. Er w\u00fcrde wohl mit allen Pr\u00e4sidenten der Welt in einem getrimmten Vorzeigeambiente huldigend posieren und m\u00f6glicherweise das Klopfen aus den Kerkern im Keller \u00fcberh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nachtrag: Am Abend nach den \u00c4u\u00dferungen tritt \u00d6zil aus der Nationalmannschaft zur\u00fcck. &#8211; Ja, dann h\u00e4tte er sich die \u00c4u\u00dferungen auch sparen k\u00f6nnen. Sie hellen nichts auf.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00d6zil f\u00fchrt sein Drama &#8222;Rassismusgef\u00fchl&#8220; \u00fcber mehrere Stunden in drei Akten auf. Dies in englischer Sprache ohne Untertitel auf Twitter und mit millionenfachem Publikum. &#8211; Das macht doch nur ein exzentrischer Multimillion\u00e4r, weil er es sich erlauben kann. Seine eigentlichen Adressaten warten ungeduldig auf die \u00dcbersetzung.<br \/>\nIch hatte &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; einen minimalen Poetry Slam in deutscher Sprache erwartet. So etwa: &#8222;Ich stand pl\u00f6tzlich unvermittelt neben Erdogan. Da hatte ich f\u00fcrchterliche Angst, dass seine menschenverachtende Art auf mich und meine Familie abf\u00e4rbt. Ich wollte weg laufen. Aber h\u00e4tte ich damit nicht alles noch schlimmer gemacht? Nur weil ich mit zwei Herzen lebe, kann ich zum Gl\u00fcck das eine oder andere Herz mal hoch- oder runterfahren und solche Situationen heil \u00fcberleben, auch wenn die Mehrzahl der Einherzigen und der Herzlosen daf\u00fcr kein Verst\u00e4ndnis hat. &#8211; Ich erwarte nun, dass das Publikum mein grandioses Herzspiel beklatscht. Was? \u2014 Ihr wollt nicht klatschen? \u2014 Ihr habt mich nicht verdient ihr \u2026 [kinskiesk improvisiert \u2026 tritt dann ab]&#8220;<br \/>\nJetzt haben wir das Vielfache von dem zu lesen, was die \u00d6zil-Tweets hergeben. \u00dcberall sind fantasievolle Mutma\u00dfungen \u00fcber T\u00e4ter und Opfer. Es l\u00e4sst sich alles kaum auseinanderhalten. Am besten \u00fcberlebt man wohl als ein T\u00e4ter, der auch Opfer ist und es sich in der gut ausgebauten Opferrolle wirklich gem\u00fctlich einrichtet \u2014 bis drau\u00dfen Frieden einkehrt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Meine Freundin M. kommt in weiten Wochen in die Schule und kennt sich im Fanwesen insoweit aus, dass sie jetzt so frei ist, f\u00fcr Belgien zu sein. \u2013 Trotz allem: Sie bleibt dabei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Die Fu\u00dfballweltmeisterschaft lebt vom Hinten-dicht-machen und den vergeblichen Versuchen fast aller Torj\u00e4ger und davon, dass die Opulenz des Ereignisses alle Beteiligten sichtbar \u00fcberfordert. Ich habe deshalb zum Tagesgeschehen nach und nach viele Anmerkungen gemacht, die nur selten mit dem Wesenskern des Sports zu tun haben. Ich verdichte hier mal meine verstreuten Miniaturen zum Ereignis. 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