{"id":5067,"date":"2018-04-14T11:33:38","date_gmt":"2018-04-14T09:33:38","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5067"},"modified":"2018-04-14T11:33:38","modified_gmt":"2018-04-14T09:33:38","slug":"in-der-theorie-endet-das-echo-nur-in-der-unendlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=5067","title":{"rendered":"In der Theorie endet das Echo nur in der Unendlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5068\" data-permalink=\"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?attachment_id=5068\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?fit=972%2C686&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"972,686\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"echo\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?fit=300%2C212&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?fit=525%2C371&amp;ssl=1\" class=\"alignleft wp-image-5068 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?resize=300%2C212&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?resize=300%2C212&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?resize=768%2C542&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/snowdenart.zwergwerk.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/echo.png?w=972&amp;ssl=1 972w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>F\u00fcr den \u201eEcho\u201f, einen Preis der Musikindustrie, werden grob gesagt mit 50% die Verkaufszahlen der Musiktitel ber\u00fccksichtigt. An denen orientiert sich aber auch eine Jury, die die restlichen 50% ausf\u00fcllt. Dass bedeutet auch, dass die Musikindustrie meint, nichts dazu zu k\u00f6nnen, wenn nun in diesen Tagen rassistische Musik beim B\u00fcrger so beliebt ist, dass man mit den selbst gestellten Regeln daran nicht vorbei kommt. Die Musikindustrie und ihre Vasallen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>halten also den heftigen Widerspruch einfach nur aus und gewinnen. Niemand verl\u00e4sst den Saal, niemand gibt seinen Echo zur\u00fcck, alle gaffen auf die Pr\u00e4mierung von Rassisten, wie bei einen Verkehrsunfall und wahren den Rahmen der Kultur einzig mit dem Konsum von Schaumwein. Es ist j\u00e4mmerlich.<\/p>\n<p>Wenn man sich Regeln ausdenkt, die am Gewinn ausgerichtet sind, dann ist es doch naheliegend, dass irgendwann der gute Geschmack verloren geht, der ja auch in der Lebenswelt der Produzenten nur noch selten eine wichtige Rolle spielt. Wenn die Musikindustrie gern rassistische Texte durchwinkt, allein weil sie passabel gerappt sind, dann hat das auch damit zu tun, dass sie gern ein Publikum pflegt, das alles nicht so ernst und genau nimmt und einfach nur kauft.<\/p>\n<p>Damit geht es auch um das Publikum: Offenbar geh\u00f6rt der Rassismus so ganz alltagspraktisch zu Deutschland, wenn rassistische Musik bereits die Charts erobert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn wir in dieser Zeit immer wieder gefragt werden, was zu Deutschland geh\u00f6rt, so basteln direkt alle an einer unbestreitbaren Positivliste mit der Tendenz, sie ziemlich verbindlich zu machen. Aber das ist wertlos f\u00fcr eine demokratische Gesellschaft, die ihre eigene Entwicklung zur Aufgabe hat. Nehmen wir doch einfach mal alles, was da ist, ohne es zun\u00e4chst zu bewerten: Das ist Deutschland im Gefrierschnitt. Nun \u00f6ffnen wir T\u00fcren, denken um die Ecke und ziehen Strippen zwischen all den Elementen, die sich fremd vorkommen und sich nicht verstehen. Damit \u00f6ffnen wir erst die Dynamik, in der Deutschland lebt und die so gern strategisch ausgeblendet wird, weil sie ja st\u00f6ren kann.<\/p>\n<p>Das gesellschaftliche Leben hat seinen Ausgangspunkt in der Idee von der Inklusion: Alles was da ist, findet Beachtung und entwickelt sich wechselseitig. Demgegen\u00fcber fremd ist die Idee aller Innenminister, wir integrieren die Randst\u00e4ndigen dort hin, wo der rechnerische Normalb\u00fcrger bereits ist &#8211; und bereinigen ganz einfach mal nebenbei die Vielfalt und \u00fcberweisen Sie zun\u00e4chst zum \u00dcberleben und zur Rechtfertigung in die Fastfoodk\u00fcchen in Citylage.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte mir gut vorstellen, dass die Musikindustrie bald nicht mehr umhin kann, den Wind der Inklusion durch ihr Selbstverst\u00e4ndnis wehen zu lassen. Dabei fallen dann ganz nebenbei alle rassistisch ausgerichteten Rapper durchs Raster gesellschaftlicher Bew\u00e4hrung. Wer seine Texte sprechen, aber nicht lesen kann und darauf beharrt, muss die Erfahrung machen, dass er irgendwie nicht gemocht wird und ein Auslaufmodell ist. F\u00fcr die Musikindustrie selbst w\u00e4chst der Blick auf eine praktische gesellschaftliche Verantwortung und die Reformbed\u00fcrftigkeit statischer Regeln.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und die ganzen Echogewinner k\u00f6nnen ja ihre Preise immer noch zur\u00fcck geben, wenn ihnen etwas daran liegt, in der Rassismusdebatte etwas los zu werden.<\/p>\n<p>\u2013 Und gegen alle Theorie hat sich so manches Echo schon verhallt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den \u201eEcho\u201f, einen Preis der Musikindustrie, werden grob gesagt mit 50% die Verkaufszahlen der Musiktitel ber\u00fccksichtigt. 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