{"id":2826,"date":"2016-11-22T11:54:28","date_gmt":"2016-11-22T10:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2826"},"modified":"2016-11-23T09:53:39","modified_gmt":"2016-11-23T08:53:39","slug":"hatte-tante-emma-einen-laden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2826","title":{"rendered":"Hatte Tante Emma einen Laden?"},"content":{"rendered":"<p>Heutzutage meinen wir zu wissen, dass es damals noch Tante-Emma-L\u00e4den gegeben hat. Wir sind mit solchen Erkenntnissen aber unwillk\u00fcrlich im Bereich des Postfaktischen.<\/p>\n<p>Es gab bis tief in die 50er Jahre die kleinen, vom Inhaber gef\u00fchrten Lebensmittell\u00e4den. F\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf waren sie in der N\u00e4he. F\u00fcr lebende Hummer und Tr\u00fcffel und Hase, musste man schon weitere Wege in Kauf nehmen.<\/p>\n<p>Die kleinen Lebensmittell\u00e4den hatten keinen Namen, der in Leuchtbuchstaben oben dr\u00fcber stand. In nachbarschaftlicher Verbundenheit kannte man den Inhaber oder die Inhaberin pers\u00f6nlich. Deshalb sprach man sie auch mit Namen an. Die h\u00e4ufigsten Namen waren damals f\u00fcr erwachsene Menschen vermutlich Lotte und Horst. Die Mutter sagte, wenn sie das Kind einkaufen schickte: &#8222;Geh mal eben zur Lotte, Sauerkraut holen!&#8220; Meistens wurde das auch erst einmal ohne Geld geregelt. Bezahlt wurde dann am Monatsende. Kinder sagten, wenn sie ihren pers\u00f6nlichen Groschen in Brause und Nappos umsetzen wollten: &#8222;Ich geh mal eben nach Tante Lotte.&#8220;<\/p>\n<p>Die Bezeichnungen Tante und Onkel wurden zudem in dieser Zeit f\u00fcr alles m\u00f6gliche gebraucht. Mein Onkel Matthis beispielsweise war stadtbekannt und zudem bei allen Kindern h\u00f6chst beliebt. Wenn die Kinder ihn mit seinem Hund Purzel auf der Stra\u00dfe sahen, liefen sie zu ihm hin und sagten: &#8222;Hallo Onkel Matthis!&#8220; Der gab dann jedem Kind frei aus der Jackentasche so flache, runde Schokoladenst\u00fccke mit Liebesperlen drauf, die er eigentlich f\u00fcr Purzel dabei hatte. Manchmal gab es auch ein F\u00fcnfpfennigst\u00fcck. Wenn ich dann mal sagte: &#8222;Das ist aber mein richtiger Onkel!&#8220;, dann habe ich nur Unverst\u00e4ndnis geerntet. Der Onkel war zum Gemeingut geworden, wie auch die Ladenbesitzerin Lotte. Eine Emma war mir unbekannt. Unter den beliebtesten Namen\u00a0wurde Emma ohnehin erst 30 Jahre sp\u00e4ter mit einem Anklang Emanzipation gehandelt.<\/p>\n<p>Wenn also vom Tante-Emma-Laden die Rede ist, dann ist Emma nur ein unzureichender Platzhalter f\u00fcr alle m\u00f6glichen Namen und Tante ein R\u00fcckblick auf das Kind als Kunde.<\/p>\n<p>Es bleibt nur das kleine, inhabergef\u00fchrte Lebensmittelgesch\u00e4ft, das in den 50er Jahren ausstarb, weil es der grenzenlosen Auff\u00e4cherung und Bewerbung meist sinnloser Produkte in Einkaufsparadiesen nicht folgen k\u00f6nnte. Kioske und Tankstellen haben einen kleinen Teil der Funktionen \u00fcbernommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heutzutage meinen wir zu wissen, dass es damals noch Tante-Emma-L\u00e4den gegeben hat. Wir sind mit solchen Erkenntnissen aber unwillk\u00fcrlich im Bereich des Postfaktischen. Es gab bis tief in die 50er Jahre die kleinen, vom Inhaber gef\u00fchrten Lebensmittell\u00e4den. 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