{"id":2582,"date":"2016-02-26T14:00:57","date_gmt":"2016-02-26T13:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2582"},"modified":"2016-02-26T14:00:57","modified_gmt":"2016-02-26T13:00:57","slug":"luxuskaffee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2582","title":{"rendered":"Luxuskaffee"},"content":{"rendered":"<p>Der Kaffee, vor Generationen noch als echter Bohnenkaffee im Angebot, hat sich zum billigsten Getr\u00e4nk entwickelt. Die Zeit ist vorbei, als die Oma auf der Wallfahrt ein T\u00fctchen Kaffeepulver dabei hatte, um sich als Erg\u00e4nzung vor Ort irgendwo etwas hei\u00dfes Wasser zu erbitten. Der Kaffee ist so billig, dass die Kaffeebauern weltweit an den niedrigen Preisen zugrunde gehen. Wer den Kaffee im Laden kauft, der kann f\u00fcr wenige Euro nahezu endlos Kaffee trinken.<\/p>\n<p>Aber es ist dem Kaffeehandel ein Dorn im Auge, wenn ein Edelprodukt in finanziell h\u00f6chst entspannten Zeiten zum Billigprodukt\u00a0abst\u00fcrzt und verkommt.<\/p>\n<p>Also wird eine Kaffeekultur hochgezogen, die es ehedem vielleicht in Wien oder in Italien im Dunst der\u00a0besseren Kreise gab. Es werden also endlos viele Kaffeespezialit\u00e4ten entwickelt, die den Preis steigen lassen. Eskortiert werden diese gepimpten Produkte durch Caf\u00e9s und Kaffeehausketten, deren Vielzahl von Kaffeevarianten sich weder trennscharf auseinander halten lassen noch sinnvoll benennen lassen. Neu erfundene Eigennamen erfordern deshalb einen spezifischen Spracherwerb des Kunden. Jeder, der eine Fremdsprache gelernt hat, m\u00f6chte sie bekanntlich auch anwenden. In diesem speziellen Fall geht man dazu in ein Caf\u00e9. Der Caf\u00e9sommelier sichert die Fachlichkeit\u00a0 der Kaffeevariationen ab. Vielleicht stellt er sie aber auch erst her. Es gibt \u00fcber das Kaffeetrinken in Zeiten der Vielfalt bereits Kleinkunstprogramme. Der Kaffee-to-go, im Becher mit Deckel, ist als eine strategische Absicht eingef\u00fchrt, das Kaffeehaus in die Welt zu tragen und Kaffee als an jedem Ort genie\u00dfbar unter\u00a0das Volk zu bringen. Auch dieser Name ist Programm.<\/p>\n<p>Es fehlt also nur noch der Angriff auf die Privatwohnung. Dazu wurden zun\u00e4chst sehr teure\u00a0Espressomaschinen unter die reichen Leute gebracht. Die Preise gehen, wenn man es sich leisten kann, bis in die Tausende mit vertraglich geregeltem\u00a0Reparaturservice over night at home oder so. Damit gab es eine Orientierungsnorm, den Kaffee zu verteuern. Sie war aber nicht volkstauglich. Um das zu erreichen wurden\u00a0dann aber die Kapselmaschine und die Padmaschine konzipiert\u00a0und das sagenhafte Image der Edelmaschinen auf sie \u00fcbergeleitet.\u00a0Sie werden nun bereits zu volkst\u00fcmlichen Preisen angeboten, seitdem nahezu jeder Haushalt bereits eine hat. Selbst der vorkonfektionierte Kaffee kostet damit aber gleich das zigfache, ohne dadurch an Qualit\u00e4t zu gewinnen. Doch diese Analyse geht im Kaffeehype unter, gest\u00fctzt von der Werbung, die einen Genuss suggeriert, wie er fr\u00fcher in der Tabakwerbung zu Hause war.<br \/>\nJetzt versucht der Kaffeekonzern Tchibo den Konkurrenten\u00a0das Wasser abzugraben. Er\u00a0bastelt an w\u00fcrfeligen Kaffeekapseln und passenden Handyapps, damit das Handy der passenden Maschine \u00fcbermitteln kann, welche ausget\u00fcftelte Kaffeespezialit\u00e4ten\u00a0vom Consumer erwartet wird. Die Wahl des Consumer\u00a0wird dann wahrscheinlich direkt \u00fcber die Datennetze in den Konzern \u00fcbermittelt. &#8211; &#8222;Wer Kaffee X w\u00e4hlte, interessiert sich auch f\u00fcr Kaffee y, z \u2026&#8220;- wird das Handy dann sagen.<\/p>\n<p>Irgendwie ist der billige Kaffee ganz sch\u00f6n teuer und der Kapselm\u00fcll erfordert schon bald spezifische Recyclingwege. Ich habe ja gute und preiswerte Erfahrungen damit, die handels\u00fcblichen billigen Kaffeebohnen mit der Handm\u00fchle zu mahlen und mit so einem ganz einfachen und preiswerten Filter aufzubr\u00fchen, den man als Trichter direkt auf die Kaffeekanne stellt. Er ist ausgezeichnet! Und mein Geld bleibt frei, f\u00fcr Wohltaten an der Menschheit.<br \/>\nDie Kaffeekultur erscheint mir als eine grenzenlose Auff\u00e4cherung unbedeutender Dinge, um mir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich erkenne ihr den Status\u00a0ab, Kultur zu sein &#8211; mangels Menschenfreundlichkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kaffee, vor Generationen noch als echter Bohnenkaffee im Angebot, hat sich zum billigsten Getr\u00e4nk entwickelt. Die Zeit ist vorbei, als die Oma auf der Wallfahrt ein T\u00fctchen Kaffeepulver dabei hatte, um sich als Erg\u00e4nzung vor Ort irgendwo etwas hei\u00dfes Wasser zu erbitten. 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