{"id":2571,"date":"2016-02-22T17:39:49","date_gmt":"2016-02-22T16:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2571"},"modified":"2016-03-01T12:35:14","modified_gmt":"2016-03-01T11:35:14","slug":"zur-integration-faellt-uns-nicht-mehr-sehr-viel-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=2571","title":{"rendered":"Zur Integration f\u00e4llt uns nicht mehr sehr viel ein"},"content":{"rendered":"<p>Die Integrationsdebatte vergangener Jahrzehnte war sehr intensiv und aber auch differenziert. In der N\u00e4he zur Forschung hat sich dabei ein Bestimmungsrahmen herausgebildet, der dann in der \u00f6ffentlichen Diskussion nicht aufgegriffen und politisch weitergef\u00fchrt wurde. Das Modell der Inklusion, das heutzutage f\u00e4lschlicherweise auf die schulische Teilhabe behinderter Kinder begrenzt wird, zeigt auf, wie es geht. Es wurde \u00fcber die UNO f\u00fcr viele L\u00e4nder verbindlich und gr\u00fcndet auf der bekannten Idee aus \u00fcbersichtlichen Kulturen, dass man zur Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf ben\u00f6tigt. Inklusion verzichtet vollst\u00e4ndig darauf, jemanden auf einen verbindlichen Standard einer vorgegebenen Gemeinschaft zu pr\u00e4gen, sondern Vielfalt als eine Bereicherung f\u00fcr alle lebbar zu machen. Das geht am besten von Angesicht zu Angesicht. Das ist allerdings auch f\u00fcr uns nicht vollst\u00e4ndig neu. Die ersten Gastarbeiter erfuhren mangels Infrastruktur, die auf Integration ausgerichtet war, zun\u00e4chst die Arbeitspl\u00e4tze und in der Freizeit die\u00a0Bahnh\u00f6fe\u00a0als Orte, an den Inklusion m\u00f6glich und auch notwendig war. Dort wurde in der Begleitung der Arbeit die Sprache vermittelt, Normen und kulturelle Vorlieben ausgetauscht und Beziehungen gekn\u00fcpft. Kein aufgelegtes Programm w\u00e4re im Ergebnis dem \u00fcberlegen gewesen. Die Vielfalt hat sich durchgesetzt und unser Leben berechnet, nicht nur in der Gastronomie.<br \/>\nIn der aktuellen Debatte bleibt man dem Inklusionsgedanken gegen\u00fcber r\u00fccksichtslos und der einschl\u00e4gig guten Erfahrung damit auch. Man sagt Integration und meint damit alles M\u00f6gliche, was in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten als unm\u00f6glich aussortiert wurde. Die Integration der Politikerkaste ist die standardisierte Vermittlung der deutschen Sprache. Viel mehr h\u00f6rt man da nicht. Dabei ist es seit langem klar, dass der Spracherwerb ein Hilfsmittel zur Integration sein kann, aber selbst \u00fcberhaupt so wenig Integration ist, wie ein Sprachkurs Arabisch an der Volkshochschule.<br \/>\nDiese Bescheidenheit, die Integration als Spracherwerb zu verkaufen, ist dabei parteipolitisch \u00e4u\u00dferst effizient: Man gibt dem B\u00fcrger die Hoffnung, dass sich der Fl\u00fcchtling ihm ann\u00e4hert, ohne dass er etwas dazu tun muss. Das stiftet Vertrauen. Zumal jeder ja selbst Erfahrungen mit dem schulischen Lernen hat: Man muss sich anstrengen, wenn man ein Sch\u00fcler ist. Zudem kann der B\u00fcrger bei den Integrationstheorien bleiben, die sich bei ihm schon festgesetzt haben. Sie beinhalten sehr h\u00e4ufig, dass die Fl\u00fcchtlinge einem Regelwerk folgen, das die Lebenskreise des Ureinwohners nicht st\u00f6rt oder einen Sauerkrautkochkurs, der die Fl\u00fcchtlinge herrichtet, sich bald auch in deutschen Dorfgemeinschaften als Gleicher unter Gleichen einzurichten. Schlie\u00dflich ist es auch so, dass der Spracherwerb als Premiumintegrationsleistung in einer Zeit volle Wagnisse f\u00fcr einen wohl zweifelhaften Erfolg bis hin zum Zertifikat planbar ist. Die Riege der Sprachinstitute wittert schon das gro\u00dfe Geld und dem B\u00fcrger f\u00e4llt im Normalfall auch nicht ein, was daran schlecht sein soll.<br \/>\nIch m\u00f6chte dagegen gern die Inklusion f\u00fcr einen Paradigmenwechsel, also als abweichendes Denkmuster anbieten, um der Vielfalt von vornherein eine Chance zu geben. Das ist die preiswertere Abk\u00fcrzung, die alle einbindet, die irgendwie da sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/inklusion\/\" target=\"_blank\">Dazu empfehle ich<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Integrationsdebatte vergangener Jahrzehnte war sehr intensiv und aber auch differenziert. In der N\u00e4he zur Forschung hat sich dabei ein Bestimmungsrahmen herausgebildet, der dann in der \u00f6ffentlichen Diskussion nicht aufgegriffen und politisch weitergef\u00fchrt wurde. 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