{"id":1098,"date":"2014-11-14T10:48:59","date_gmt":"2014-11-14T09:48:59","guid":{"rendered":"http:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=1098"},"modified":"2014-11-14T18:26:20","modified_gmt":"2014-11-14T17:26:20","slug":"doping-mensch-sportsfreund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snowdenart.zwergwerk.eu\/?p=1098","title":{"rendered":"Doping: Mensch Sportsfreund"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt steht eine gesetzliche Regelung bevor, die das Doping bestrafen soll. Der Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes liegt bereits beim zust\u00e4ndigen Innenminister. Das Gesetz soll die dopenden Sportler und ihre Helfer treffen. Es handelt sich um eine seit Jahrzehnten verz\u00f6gerte Reaktion auf die ungleichen Bedingungen von Sportlern.<\/p>\n<p>Dabei wird zun\u00e4chst nicht beachtet, dass es weitere Ungleichheiten zwischen Sportlern gibt, die trotzdem weiterhin \u00fcber Sieger und Verlierer mit entscheiden, ohne dass sie justiziabel sind. Dabei geht es vor allem um mehr oder weniger beg\u00fcnstigende genetische Bedingungen und um mehr oder weniger belastende Lebens- und Trainings- und F\u00f6rder- Bedingungen. Die Ungleichheiten im Leben und auf der Welt spiegeln sich in gewisser Weise auch im Erfolg von Sportlern.<br \/>\nEs sind nicht nur die Spitzensportler in ihrer geldwerten (Selbst-) Vermarktung herausgefordert, der k\u00e4uflichen Leistungssteigerung mittels Doping zu widerstehen. Bereits bei jungen Amateursportlern ist es n\u00e4mlich \u00fcblich, einen Leistungszuwachs mit Drogen m\u00f6glich zu machen. H\u00e4ufig wird das Doping bedenkenlos als Teil des Sports eingeschlichen und schmackhaft gemacht.<br \/>\nEigentlich darf sich jeder Mensch mit Bezug auf die Menschenrechte bis zum Tod selbst zugrunde richten. Insofern ist das Interesse des Staates an einem Dopingverbot zweifelhaft. Offenbar sind der Sport und seine Gro\u00dfereignisse, wie die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaften und die ganze Zulieferindustrie f\u00fcr den Sport mittlerweile ein Wirtschaftszweig mit gigantischen Ums\u00e4tzen und weltpolitischer Bedeutung. Der Sport f\u00fchrt mittels seiner Vereine, Liegen und Verb\u00e4nde ein Eigenleben und versucht weltweit so viel Geld wie m\u00f6glich zu generieren. Schon l\u00e4ngst werden die Sportarenen auch in armen L\u00e4ndern vom eher armen Steuerzahler finanziert und die Gro\u00dfverb\u00e4nde des Sports setzen zweifelhafte moralische Ma\u00dfst\u00e4be, die ihre Selbstgef\u00e4lligkeit und die Selbstgef\u00e4lligkeit ihrer Funktion\u00e4re absichern. Kritik ist nicht erw\u00fcnscht.<br \/>\nBereits seit Jahren werden Fachwissenschaftler mit Hektolitern von Urinproben \u00fcbersch\u00fcttet. Man w\u00fcrde ihnen eine erf\u00fclltere T\u00e4tigkeit w\u00fcnschen, anstatt Urinproben in einem Pool zusammenzuf\u00fchren, weil sie mit der Einzeldiagnose nicht mehr nachkommen. Sie setzen jedoch pseudowissenschaftliche Ma\u00dfst\u00e4be zur Bestimmung der Grenze zwischen Doping und unbedenklichem Sport. Sportwissenschaftler und Sportmediziner verlieren immer mehr den gesunden Menschen aus dem Auge und versuchen lieber die \u00fcberforderte Sehne des Zehnk\u00e4mpfers bis zum Sieg zu stabilisieren oder &#8211; um im Bild zu bleiben &#8211; generieren nachweisresistente Urinproben. Die \u00dcberwachung der Sportler alarmiert bereits die Datensch\u00fctzer. Wer im Psychodrom des Hochleistungssport ganz nach oben will, der w\u00e4hlt die Interpretation, dass das alles zu seinem Wohl so eingerichtet ist. Er reklamiert keine Freiheitsrechte. Das bringt Geld und ist systemkonform so vorgeschrieben.<br \/>\nDie aktuelle Initiative des Gesetzgebers steht offenbar in einem Rechtfertigungszusammenhang mit der skizzierten aktueller Sportwirklichkeit und folgt der vorformulierten, aber falschen Hypothese, die perfekte Grenzziehung und Kontrolle w\u00fcrde dem Sport zur \u00fcberdauernden Glaubw\u00fcrdigkeit mit gerechten Messergebnissen und zum ungebremsten Zuspruch der Massen verhelfen. Denn es ist ja nun seit langem klar, dass gegen die Droge hier und dort kein Kraut gewachsen ist, das den Gebrauch von au\u00dfen kontrolliert anstatt der Vernunft des Einzelnen zum Durchbruch zu verhelfen.<\/p>\n<p>Ich spreche daf\u00fcr, dass der Staat dem Doping gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber tritt. Es kann sein, dass sich irgendwann eine nekrophile Minderheit am t\u00f6dlichen Kollaps kurz vor dem Ziel erfreut. Der Radsport bietet sich ja mit seinen Gro\u00dfereignissen bereits daf\u00fcr an. Insgesamt wird allerdings der Breitensport, bei dem jeder gegen sich selbst und nicht gegen einen irgendwie bevorteilten Gegner k\u00e4mpft, dadurch an Zulauf gewinnen. Der Breitensport bleibt zudem preiswert und gesund.<br \/>\nDie Paralympics zeigen mit ihrem immer mehr zu differenzierenden und grotesken Leistungsklassensystem, dass individuelle Voraussetzungen stets so unterschiedlich sind, dass sie gar nicht sinnvoll klassifiziert werden k\u00f6nnen. Deshalb ist jeder ein Sieger. Und das ist auch gut so!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.me\/P4kkIq-5E\" target=\"_blank\">siehe auch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt steht eine gesetzliche Regelung bevor, die das Doping bestrafen soll. Der Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes liegt bereits beim zust\u00e4ndigen Innenminister. Das Gesetz soll die dopenden Sportler und ihre Helfer treffen. Es handelt sich um eine seit Jahrzehnten verz\u00f6gerte Reaktion auf die ungleichen Bedingungen von Sportlern. 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