Schutzzoll, Strafzoll oder einfach nur Zoll

Der neue US-Präsident Trump setzt auf Zölle, um „America great again“ zu machen.

Zölle sind Einnahmen für jemanden, der eine Grenze zieht, sie bewacht und fremden Grenzgängern für irgend etwas Geld abknöpft – wenn er stark genug ist, das auch durchzusetzen.
Was mit dem Geld passiert, ist dabei nicht vorgeschrieben. Es bleibt jedenfalls innerhalb der Grenze als Einnahme verfügbar.
Zölle haben also stets den Beigeschmack vom Egoismus des Raubritters oder dem Nationalismus von Staaten. Mit der Renaissance der Grenze bei gleichzeitiger Reduzierung völkerverbindender Bemühungen, bekommt der Zoll seinen Glanz zurück.
Allerdings sind Zölle in einem vertretbaren Rahmen und ausgehandelt zwischen den Staaten beiderseits der Grenze auch ein probates Mittel der Wirtschaftspolitik. Aber selbst bei entsprechenden Zollabkommen ist selten von der Hand zu weisen, dass der Stärkere und nicht der Vernünftigere den Zoll auf seiner Seite hat. Es hat bereits Zollkriege gegeben, um jemanden hinter der Grenze in die Knie zu zwingen.

Deshalb erscheinen mir Begriffe, wie Strafzoll oder Schutzzoll, von denen jetzt immer die Rede ist, ziemlich abwegig. Was sie suggerieren, ist im Zoll selbst bereits enthalten.

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