Oh, ein Fela!

Vorbei sind die Zeiten, als wir im Diktat null Fehler hatten. Da kannst du schreiben, was du willst. Am Ende ist doch noch ein Fehler drin. In der digitalen Textablage ist der Fehler schnell behoben, im handschriftlichen Brief bleibt manchmal nur ein Verbessern durch Überschreiben.

Also finden wir es allzu menschlich, wenn jemand Fehler macht und freuen uns dann aber darüber, wenn unfreiwillig, und oft mit der Unterstützung der automatischen Rechtschreibkorrektur. ein neues Wort entsteht oder wenn wir uns triumphierend sicher sind, derart blöde Fehler niemals selbst zu machen.

In der letzten Zeit sehe ich aber, dass der mittelwertige Journalistenprofi sich in Onlinediensten Fehlerquoten gestattet, die in den Printmedien bisher nicht vorkommen. Offenbar muss es immer schnell gehen. Deshalb wird die notwendige und übliche Endkorrektur dem Leser überlassen, so als würde er für Möbel die Endmontage selbst übernehmen.

Wenn man für sich ganz allein schreibt, dann kann man ja machen was man will. Aber bei Texten, die auch für viele andere gedacht sind, hat die Sorgfalt eine gute Tradition.

Ich finde diese Art von Fehlern in den Onlinemedien ärgerlich, weil sie den gewohnten Lesefluss hemmen und dem Leser zumuten, journalistischen Texten den letzten Schliff und manchmal sogar auch einen vertretbaren Sinn zu geben, ohne dass der Leser dafür bezahlt wird.

Eine Antwort auf „Oh, ein Fela!“

Kommentar