Der Mannschaftssport ist etwas für Individualisten

Beim Fussball wird ja immer die Mannschaft betont. Selbst der überragende Spieler wird sagen, dass nicht er, sondern die Mannschaft das Spiel so gut gemacht hat. Es ist äußerst verpönt, sich direkt als Superstar zu positionieren. Das macht dann besser doch die geneigte Presse. Privat sind Fußballprofis ganz anders — könnte man mutmaßen. Die Zweisamkeit der Spieler mit ausgesucht präsentablen Frauen ist ja auch zu oberflächlich, um hinter der Fassade der Mannschaft ein Individuum zu finden. Und es wäre ja auch wirklich zu blöde, Individualität im Hang zum Eigentor zu entwickeln.

Und nun kommt es nach dem Terroranschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund, wie es kommen musste. Der Streit darüber, ob man nach so einem Anschlag direkt zur Tagesordnung übergeht oder in der Betroffenheit verweilt, wird direkt für die ganze Mannschaft ausgetragen – entweder, oder – aber das dann doch für alle gleich. Die Psychologen sagen teilweise, man solle nach so einem Ereignis innehalten, also nicht direkt zur Tagesordnung übergehen und den Gedanken ans nächste Spiel aufschieben. Die Psychologen sagen teilweise aber auch, dass die erwünschte Normalität am einfachsten zu erreichen ist, indem man den Kontext der traumatischen Belastung so schnell wie möglich wieder aufsucht.
Lediglich die in sich ruhende Fußballlegende Olli Kahn kommentiert am nächsten Tag wohltuend, dass es ja möglich sei – weil es ja bei so einem Anschlag eigentlich nicht um Fussball geht – dass jeder einen anderen Weg sucht und findet, das einschneidende Ereignis zu bewältigen. Mittlerweile ziehen einige nach.
Aber wo kommen wir da hin, wenn Fussballer als Individualisten nur spielen, wenn und wie sie wollen und die Pläne der Fußballverbände durcheinander bringen. Spätestens an dieser Stelle hört auch für den Fan der Spaß auf. Und die aufgehübschten Frauen drohen in andere Sportarten abzuwandern.
Das Spiel ist als endlose Schleife inszeniert. Der Abpfiff ist der Marker auf der Timeline. Das Spiel löst das Leben ab.

Mein Biathlon

Ich war 13 Jahre alt, als ich die Olympischen Spiele im Fernsehen sehen konnte, im Sommer und im Winter. Das Fernsehen war noch farblos, die technischen Möglichkeiten der Aufnahme, Übertragung und Vorführung auf dem kleinen Röhrenfernseher waren bescheiden. Nach den Spielen 1960 (Rom /Squaw Valley) haben wir dann so ein Buch gekauft, in denen die Sportler vorgestellt und die allgemeinen Hintergründe der Sportarten und die besonderen Bedingungen und Ergebnisse vor Ort vorgestellt wurden. Damals war im Winter der Eiskunstlauf von hervorragendem Interesse. Während die Erwachsenen angespannt die Kür verfolgten und jeden Zweifachsprung bejubelten, hatte ich nur Freude, wenn der unvermeidliche Sturz auf glattem Eis wirklich stattfand. Das Olympiabuch lag mir näher. Ich kannte bald alle Sportarten und alle tragischen wie glorreichen Helden. Ich wusste sogar welche Fechterin mit welchem Boxer irgendwo im Olympischen Dorf getanzt hatte. Dieses Buch lieferte weitaus mehr als die Berichterstattung. Biathlon kam mir total exotisch und eher als Relikt aus den Kriegszeiten vor. Da liefen Männer mit Knarren in den Wald und kamen dann irgendwann wieder raus. Es waren in meiner Erinnerung vornehmlich Russen auf den vorderen Plätzen. Zu sehen gab es eigentlich nichts, weil nie eine Kamera dabei war. Ich dachte an irgendwelche sibirischen Beamten, die mit Ski und Knarre Dissidenten fingen und dann, anstatt einer ordentlichen Bezahlung, ihrem Vaterland die Ehre auf internationalem Parkett sichern durften. Ja wirklich, so habe ich das damals gedacht. Es war für mich faszinierend, hatte aber überhaupt nichts vom dem, was heute diesen Sport ausmacht.

Was wohl nie vorauszusehen war, ist passiert. Biathlon ist zur Premiumsportart geworden, neben Fußball und Formel 1.

Das liegt daran, dass Biathlon bis zum Ende des Wettbewerbs außerordentlich spannend bleibt und mit medialem Aufwand so ausgestaltet vermittelt wird, dass man jedes Teilereignis miterleben kann. Der Sport wäre bei gleicher Qualität ohne die Medien ein Nischenprodukt, das kaum den Athleten ernähren könnte. Jetzt erlauben es die Zuschauerzahlen, an allen möglichen Stellen Kameras und Experten zu platzieren. Ich gucke verdammt gern Biathlon und freue mich besonders dann, wenn ein Außenseiter ganz nach vorn läuft.

Aber es wird wohl alles anders:

Schneefall kann Wintersport unmöglich machen.
Mangelnder Schneefall kann dagegen mit technischen Hilfsmitteln überbrückt werden.

Der erste Schritt ist also getan, den Wintersport nahtlos in den Sommersport zu übernehmen.


Ich sehe meine Zukunft als Biathlontrainer:
„Hopp, Hopp – auf geht´s!“

Fußballgeschichten

Das Fußballspiel wurde in der Geschichte immer mehr verfeinert. Früher lief man dem Ball nach, heute bekommt man ihn passgenau auf den Fuß gespielt und kann deshalb die Spielzeit optimal nutzen, wenn einem niemand in die Quere kommt.

Noch vor 20 Jahren war es an der Tagesordnung, den Ball vor dem Einwurf gleich mehrmals vor sich auf den Boden zu tippen, um die Schmutzpartikel abzulösen, die die Griffigkeit des Balls und auch schließlich die Flugbahn beeinträchtigen. Heutzutage ist die Oberbekleidung des Fußballers derart dehnbar und saugfähig ausgerüstet, dass der Ball vor dem Einwurf zwischen Hemd und Bauch komplex rotierend gereinigt wird.

Das sind allesamt Fortschritte, die das Fußballspiel in irgendeiner Hinsicht attraktiv machen. Ich kann es aber weiß Gott nicht leiden, wenn eine Fußballmannschaft nach Handballerart immer wieder rings um den gegnerischen Strafraum spielt, weil niemand die Verantwortung für einen Torschuss übernehmen will. Auf drei Brücken der A40 im Stadtbereich Essen lesen wir je nach Fahrgeschwindigkeit räumlich versetzt und zeitlich gedehnt, wie es geht:

„Rahn müsste schießen!“

„Rahn schießt!“

„Tor, Tor, Tor!“

Splitter

Das Spiel ist aus.

230Olympiazwerg
• Zwerg 230 • von Christian

Das olympische Spiel gewinnt an Fragwürdigkeiten. Die Vielfalt der Ungereimtheiten sorgt für Unterhaltung. Ich habe sie unsystematisch aus der Berichterstattung herausgeklaubt und nenne sie Splitter.

Splitter sind nicht nur klein, wie bei der Eissplittertorte,
sondern auch tückisch, wie beim Splitter im Fuß.

Mein Olympiasplitter:
Nachdem die Doppeltrapschützen ab und zu einen fliegen gelassen haben, haben die Kanuten ordentlich einen rausgehauen.

Mein Olympiasplitter:
Dass die Olympischen Spiele weltweite Beachtung finden, merkt man an jeder Ecke:
Hier in der Küche spielt gerade ein Mensch einen Pferdepart aus dem Dressurreiten nach.

Mein Olympiasplitter:
Auf dem Golfplatz der Olympischen Spiele leben Kaimane. Da ist wahrscheinlich auch der blutverschmierte Triple Bogey nicht weit.

Mein Olympiasplitter:
Stell dir vor, du analysierst in deinem Beruf Dopingproben und tagtäglich wird ein Hektoliter Urin angeliefert.

Mein Olympiasplitter:
Die Reporter haben neuerdings immer etwas mit Hose drauf.
„Sie hat einen braunen Strich in der Hose.“
„Das springt man nicht aus der kalten Hose.“
Ich muss mir dann in der Metaberichterstattung immer erklären lassen, was das jeweils bedeuten könnte.

Mein Olympiasplitter:
„Mit einem Wallach in die Weltspitze — Wie muss man sich das vorstellen?

Mein Olympiasplitter:
Heute war es besonders schlimm! Ich gucke die begnadeten Körper der Olympischen Spielen in Rio. Die allgemeinen Nachrichten werden etwas verschoben, um das laufende Hockeyspiel bis zum Ende zeigen zu können. Danach kommen dann aber doch nicht die Nachrichten, sondern zunächst 10 Minuten Werbung. Beworben werden ausschließlich unnötige Dinge, die an die Adresse der älteren und irgendwie behinderten Menschen gehen. Es geht um Durchfall, Gelenkschmerzen, irgendwelche Vitamine. Man sieht auf alt geschminkte Darsteller, die sich aus der Gebrechlichkeit in die wendige Jugend beamen. Ich finde diese Art der Werbung zum kotzen und sehe überhaupt kein Argument, warum man eines dieser beworbenen Produkte kaufen und den Hersteller reich machen sollte.

Mein Olympiasplitter:
Die Brasilianerinnen haben den Deutschen kein Paroli geboten und daraufhin haben die Deutschen die Brasilianerinnen abgeschossen. – Ich werden Beachvolleyball vermissen.

Mein Olympiasplitter:
„Wir haben gesehen, dass er Verdauungsprobleme hat.“ (TV-Kommentar zum Wettbewerb im Gehen). Ich habe es auch gesehen und finde, dass es spontan sehr flüssig und sachgerecht ausgedrückt wurde.

Mein Olympiasplitter:
Die Sparkassenfinanzgruppe wird mir um keinen Deut sympathischer, weil ich zwischen den Teilen der Berichterstattung unzählige Male darauf hingewiesen werde, dass diese Gruppe die Berichterstattung präsentiert, zumal die Deutung mitschwingt, dass ohne so eine Präsentation die Berichterstattung nicht denkbar ist.

Rex Hoeneß

Der höchst selbstgerechte und fremdgerechte Egomane Hoeneß bastelt sich jetzt auch seine Resozialisation selbst zurecht.

Sein Steuerbetrug bis zum bitteren Ende zeugt von einem Menschen, der die Welt als einen Baukasten betreibt, der ihm jedes Heil für seine sensible Seele liefert. Es war kein Zufall, dass er bei der Wahl seines Nachfolgers als Präsident des FC Bayern lediglich die Bösartigkeit der Welt beklagte, die für ihn, dem entlarvten Verbrecher, nichts Gutes mehr übrig hat und ihn in seinen Grundfesten aus der Verankerung zu reissen droht. Der neue Präsident war ihm Nebensache. Selbst der Almosengeber Hoeneß erscheint plötzlich in einem neuen Licht als selbstgefälliger Regler, der die Gerechtigkeit in der Welt nicht braucht, weil er mit irgendwelchen Geldgeschenken dem einen oder anderen armen Teufel selbst aus der Patsche hilft und darüber berichten lässt.

Als dem als Bundestrainer designierte Daum im Jahr 2000 Kokaingebrauch nachgewiesen wurde, hat Hoeneß das mit dem allgemeinen Merksatz: „Kriminelle haben im Fußball nichts zu suchen“ kommentiert.

Jetzt will Hoeneß als weltbekannter Verbrecher selbst noch einmal gern so ein mächtiger Vereinspräsident werden, wie er es vordem schon einmal war. Es ist nun zu erwarten, dass er seinen Merksatz nun auch auf sich selbst anwendet oder doch zumindest erklärt, warum es ihm mittlerweile gleichgültig ist, ob da ein Krimineller den Fußball bespielen lässt. Man hört dazu nichts. Offenbar haben alle Resozialisationsversuche für Hoeneß bisher nicht viel gebracht. Seine verhängnisvolle Grundorientierung hat wohl doch unbeschadet überdauert.

Ohne Hoeneß ist die Welt sogar so weit, dass sie Kriminelle vom Fußball grundsätzlich eben nicht ausschließt. Andererseits ist die Welt aber nicht so blauäugig, dass sie den Kriminellen – mir nichts, dir nichts – auf den Posten durchwinken, der über allem angesiedelt ist und ein Höchstmaß an Verständnis für die Welt, für den anderen und auch für sich selbst erfordert. Und ein Resozialisationsprogramm wäre in einer Chefetage ohnehin nicht wirksam. Als Assistent des Zeugwarts wären die Bedingungen weitaus besser, sich auch für noch verantwortungsvollere Aufgaben zu empfehlen.

Erstaunlich ist nicht, dass Hoeneß so bleibt wie er war. Erstaunlich ist, dass die Idee verbreitet wird, die Tat und der Täter gingen getrennte Wege. Der Täter wäre also nach der Tat und der verbüßten Strafe in der Rolle eines unbeschriebenen Blattes. Das erinnert doch stark an den mittelalterlichen Ablasshandel. Dahinter verbirgt sich hoffentlich nicht eine Initiative der Trumpianer, die mit ihrem Geld die öffentliche Meinung pachten, um den entfesselten Egomanen zum unerreichbaren Vorbild zu stilisieren.

siehe auch

Was ist schon so schön, wie es aussieht …

Das Fanwesen trägt dazu bei, die Vereine reich zu machen. Es hat sich vor allem im Fußball über die Jahrzehnte immer mehr mit Gewalttätigkeit angereichert und geht vielfach auch Verbindungen mit rechtsradikalen Strömungen ein. Beachtet wird diese unheilige Allianz erst dann, wenn es unübersehbare Exzesse gibt. Die Fans sind bisweilen schlimm, das begünstigende Umfeld aber wohl noch etwas schlimmer.
Die UEFA, der Dachverband des europäischen Fußballspiels, gibt anlässlich der gerade ausgespielten Europameisterschaft, Schützenhilfe: Unter seiner Regie werden alle Filmaufnahmen in den Stadien aufgenommen und für den Gebrauch aller Fernsehanstalten zurecht geschnitten. Zumindest ARD und ZDF sehen darin eine Zensur, die eine sachgerechte Berichterstattung unmöglich macht. Es hat den Anschein, dass es nackte Flitzer, Pyromanen, Räuchermännchen, Werfer von Gegenständen und Großangriffe auf vermeintlich gegnerische Fans nicht gibt. Doch das ist falsch. Auch alle was fies ist, muss der Mensch sehen dürfen, um sich ein Bild zu machen. Alles schön zu reden bleibt der Phantasie des einzelnen überlassen – wenn er das will.

Wintersport im Einklang mit der Natur

Da wird ein Skirennen abgebrochen, weil angeblich die Gesundheit der Sportler an erst Stelle steht. Aber wir haben doch dafür bezahlt, dass wir auf dem eingesessenen Sofa hautnah dabei sind, wenn ab und zu mal jemand in die Fangzäune katapultiert wird. Stattdessen zeigen sie dann eine Konserve aus dem Behindertensport. Dort sieht man auch, wie der Sportler nach einer Querschnittlähmung in den randständigen Leistungssport zurückfindet. In der festen Verbindung mit einem Monoski wird er plötzlich vollständig hilflos durch das Gelände geschleudert. Er bleibt unverletzt. Wenn man sich nur stark genug mit den Darstellern identifiziert, wird das Sofa auf jeden Fall auch die ungeplanten Bewegungen aus dem Fernsehgerät übernehmen. Ich erinnere mich noch daran, dass ein Sofa plötzlich unbrauchbar wurde, als gerade der Wurflutz verunglückt war.

 

Gefahr ist selten rar

In der Zeitung lese ich, dass der Feuerzeugwerfer endlich gefasst ist. Endlich!
Er hatte in einem Fußballpokalspiel zwischen Mannschaften aus Osnabrück und Leipzig ein Feuerzeug auf das Spielfeld geworfen, den Schiedsrichter getroffen und damit sogar das Spiel entschieden. Er ist wohl ein Fan der Osnabrücker Mannschaft. Das Spiel wurde abgebrochen und für die Gastmannschaft gewertet. Der Wurf war offenbar nicht erlaubt. Dabei war er im  Szenario doch nur der Endpunkt übelster aggressiver Beschimpfungen und Bedrohungen, an denen auch Spieler beteiligt waren. Es war im Grunde nur eine naheliegend konsequente Handlung. Das sei alles branchenüblich – bis auf den Feuerzeugwurf – sagt man nun scheinheilig.
In einer Versuchsreihe habe ich festgestellt, dass es ein Zufallstreffer gewesen sein muss. Selbst von Jahrmarktgeschäften wissen wir, dass es nicht so einfach ist, mit ungenormtem Wurfwerk, das ursprünglich ganz anderen Zwecken dienen sollte, leere Dosen umzuwerfen.
Diese Feuerzeuge sind, wie es nun scheint, saugefährlich. Das habe ich bisher nicht gewusst. Ich hätte es wissen müssen, wie der werfende Jüngling auch. Nun wird gegen den jungen Mann wegen gefährlicher Körperverletzung (§224 StGB) ermittelt. Sein Wurfglück paart sich allerdings mit dem Glück, wenigstens noch nach den Maßgaben des Jugendstrafrechts verurteilt werden zu können. Es ist trotzdem nicht nur abzusehen, dass er sein weiteres Leben als Straftäter gestalten muss, er muss auch noch mit zivilrechtlichen Forderungen rechnen, die ihn dauerhaft in der Armut halten, weil seinem Verein vermutlich ein Millionenschaden entstanden ist. Denn Fußball ist ein großes Geschäft, in das sich der junge Mann ganz nebenbei in Tateinheit auch noch eingemischt hat. Beim Geld hört bekanntlich der Spaß auf.
Ich bin neuerdings dafür, Feuerzeuge zu verbieten oder wenigstens nach den Regeln zu behandeln, die auch für andere Waffen gelten. Was war das eine glückliche Zeit, als wir uns noch brennende Streichhölzer nachwarfen, die mit abnehmendem Lichtschein und zunehmendem Rauchwölkchen in der Flugbahn verglühten. Ohne Feuerzeuge würde ich nichts vermissen. Und ich würde nach Gartenfeten nie mehr von allen Fensterbänken, Tischen und Mauern vereinsamte Feuerzeuge zusammentragen, die nun ungenutzt in Kramschubladen liegen und vergeblich darauf warten, gebraucht zu werden. Ich vermute auch eine totale Überfremdung: Deutschland beherbergt sehr viel mehr Feuerzeuge als Menschen. Wir sind nicht der Friedhof der Feuerzeuge dieser Welt!
Ich glaube ernsthaft, dass ein geworfenes Feuerzeug ebensoviel Schaden anrichtet, wie ein geworfenes Butterbrot. Herabfallende Dachziegel sollten dagegen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Und schon höre ich sie alle rufen: „Scheiß der Hund auf’s Feuerzeug!“ Feuerzeug
Doch ich warne: Der Hund ist in urbanen Lebensräumen auch nicht unproblematisch zu handhaben.

Dressur pur

Dass Dressur und Freiheit gegensätzlich sind, ist unumstritten. Es bedarf einiger Überzeugung aus der Branche der Dressurreiter, zu vermitteln, dass die Unfreiheit der Dressur die edle Freiheit des wilden Pferdes nur vervollkommnet. Die Überzeugungskraft reicht dann auch nicht sehr weit. Außerhalb der Dressurbranche guckt man ungläubig oder wendet sich schnell anderen Sportarten zu. Nur neurotische Perfektionisten können eine als Sport getarnte Tierdressur mögen, die jeden freien Schritt unterbindet und deshalb Kunstfiguren hervorbringt, die lediglich einer konzeptionell gemachten Logik folgen.

Jetzt wurde bei einer Europameisterschaft in Aachen ein krankes Pferd auf die Reitbahn geschickt, damit es sich amortisiert anstatt die Freiheit zu bekommen, die dem Kranken grundsätzlich zusteht. Es ist schief gegangen und die Eigner des Pferdes taten so, als wollten sie es zunächst nicht glauben. Jetzt ist klar, dass sie den Aufschrei des Pferdes totgeschwiegen und sein Humpeln sogar im Wettbewerb großzügig übersehen haben.

Ich sehe in diesem Fall, dass der Umgang mit dem Tier dem Umgang mit einem toten Sportgerät entspricht.
Es sollte doch so sein: Der Tierfreund fragt das Pferd, bevor er sich draufsetzt. Üblicherweise sagt das Pferd auch dann nein, wenn es unverletzt ist. Das ist zu respektieren.
Herrenreiter sind Relikte einer untergegangenen Welt, die mit Geld eine geraubte Anmut falsch inszenieren.
Das Reitpferd steht auch dann nicht kurz vor dem Abitur, wenn es den Ansprüchen genügt und als kostspielige Wertanlage gehandelt wird. Es will vermutlich trotzdem nur ein Pferd sein, auch wenn die journalistischen Berichterstatter es durchaus für möglich halten, dass solche Pferde rechnen und schreiben können und nicht einfach nur flüchten, wie es die Biologen sagen.

die SZ schreibt

Von VIVAT zu FIFAT!

Wer die geheimdienstlichen Animositäten im Verhältnis der USA und Deutschlands und die gewinnträchtigen Intrigen des internationalen Fußballs aufgenommen hat, der wird angesichts des gestrigen Freundschaftsspiels – Deutschland gegen USA – sicher den Gedanken gehabt haben, dass das Ergebnis zuvor abgestimmt worden ist, um den einen ein Erfolgserlebnis zu vermitteln und den anderen für anstehende Aufgaben anzuspornen.

Dafür mache ich gleich noch einmal: VIVAT zu FIFAT!