Die Post will das Briefporto erhöhen

Damals hatte sich das Briefscheiben und -lesen so fest etabliert, dass man seinen Briefträger mit Namen kannte. In meiner Kindheit wohnte ich genau auf der Grenze zweier großer Städte. Das hatte den Vorteil, dass man die Portokosten erheblich reduzieren konnte. Ich durfte nämlich immer für die ganze Familie zu den Briefkästen beider Städte laufen. Briefe im Ortsverkehr kosteten 10 Pfennig, im Fernverkehr jedoch 20 Pfennig. Hinzu kam auf jeden Brief noch die Notopfermarke, die 2 Pfennig kostete. Man war also sparsam, nutzte das Briefschreiben aber trotzdem intensiv.

Der Brief war das Medium der Wahl, wenn man sich über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus unterhalten wollte. Es wurden Brieffreundschaften in aller Welt gehandelt und gepflegt.

Die Konkurrenz des Telefons etablierte sich zunächst nur langsam. Die Tonqualität war so schlecht, dass man zur Unterscheidung von drei anstatt zwei immer zwo sagen musste. Insgesamt war das Telefonieren eine extrem spannende Sache. Wenn es klingelte, stieg der Puls erheblich und man ging auf alle Fälle dran. Manche Leute trauten sich nicht auf die Toilette, weil ja zwischenzeitlich das Telefon klingeln könnte. Ausstöpseln könnte man das Telefon von Amts wegen nicht.

Weil ich – wie gesagt – auf der Stadtgrenze wohnte, tummelten sich in unserem Wohnzimmer fast täglich irgendwelche Menschen, die unbedingt telefonieren mussten. Dass bei uns eines der seltenen Telefone stand, hatte sich wohl herumgesprochen. Es kamen junge Mädchen, die unbedingt ihren Freund anrufen mussten oder andere Menschen in Notfällen, also wenn beispielsweise der Opa gerade ins Krankenhaus gekommen war. Manche Leute brachten zum Telefonieren eine ganze Rechtsanwaltsakte mit. Neben dem Telefon stand ein großer Kristallaschenbecher und die Leute sollten dann für das Ortsgespräch 20 Pfennig hinein legen. Für ein Ferngespräch wurde es kompliziert, weil der Preis auch damals schon zeitabhängig war. Es war nicht selten, dass sich Ortsgespräch dann doch nachträglich als kostspielige Ferngespräche entpuppten. Und an der Stadtgrenze war es durch einen kleinen Spaziergang eben auch möglich, ein Ferngespräch als Ortsgespräch zu führen.

Aktuell will also die Post wieder das Briefporto erhöhen. Das Telefon und die sogenannten neuen (?) Medien haben im Verbund das private Briefschreiben ausgebootet. Nur noch Werbung per Post und ein Teil der Geschäftspost überdauern noch. Am Markt müsste es allerdings eher eine Preissenkung geben, wenn man verhindern will, dass das Briefschreiben und das daran gekoppelte Brieflesen zu einer klitzekleinen Kulturnische für Wohlhabende wird.

Aber machen wir uns nichts vor: Urlaubseindrücke im Livestream zu schildern, ist der Ansichtskarte selbstverständlich in jeder Hinsicht überlegen. Deshalb neigen wir auch dazu, die letzte Ansichtskarte aus Rom gut wegzulegen, weil sie dann eine nett kolorierte Rarität bleibt.

Sollen sie doch mit dem Briefporto machen was sie wollen. Würde ich einmal einen Brief schreiben, dann würde mich das Porto jedenfalls nicht davon abhalten. Früher waren die Briefportotarife ein Politikum und standen für die Teilhabe am Leben. Das Porto festzulegen war infolgedessen eine hoheitliche Aufgabe. Es gab ein Postministerium, der Briefträger war Beamter und das Telefonwesen gehörte direkt auch dazu.

Das Telefon einfach nur ausstöpseln zu können, war in den 1980er Jahren eine bahnbrechende Errungenschaft, die mir irgendwie wichtiger war, als die Erfindung des Internet. Danach gab es kein halten mehr. Alte Briefe scanne ich gerade für die Weitergabe durch die Generationen. Meine Briefmarkensammlung hat ihren Gegenstand verloren und schlummert in einem Koffer. Ich bin ratlos, was ich damit machen soll, — etwa die Zacken zählen.

Toll, was du so alles weißt!

Man zeigt ja immer gern auf, wenn man die Frage des Lehrers beantworten kann. Und so kommt es auch, dass vor allem die ganz, ganz einfachen Fragen nach irgend etwas sehr beliebt geworden sind. Man kann scheinbar risikolos mitreden. Bei derart einfachen Fragen wird deine Antwort bestimmt keinen Shitstorm auslösen.

In den sozialen Netzen trifft man nun täglich auf das Schema „Wer erinnert sich noch …“ und dann kommt ein Ereignis zu dem man sich bekennen kann oder das man sogar auch noch spezifizieren kann. Heute wurde gefragt: „Wer erinnert sich noch an seine alte vierstellige Postleitzahl?“ Man könnte die Antwort gern für sich behalten, weil es anderen Menschen vermutlich nichts nutzt, wenn sie deine Postleitzahl von 1993 erfahren und sie auch nicht beeindruckt, dass du dich daran erinnerst. Der wer-erinnert-sich-noch-Trick wird auch liebend gern in in Überschriften von Zeitungen und Mediensendungen eingesetzt, weil das nach aller Erfahrung stets Leser beziehungsweise Zuhörer und Zuschauer in Bewegung setzt.

Obwohl es nichts zu sagen gibt, klicken jedenfalls in den sozialen Medien stets tausende Menschen trotzdem und fügen direkt auch noch im gegebenen Fall als Beleg die alte Postleitzahl an. Der, der da fragt, den kennt man meist nicht. Man trägt aber seinen Anteil dazu bei, dass er begehrte Daten bündeln kann. Er weiß, dass du schon ziemlich erwachsen bist. Er erkennt meistens dein Geschlecht und kann dich mutmaßlich in einer begrenzten Gegend verorten. Und er weiß von vornherein, dass du beispielsweise bei Facebook leichtfertig mit deinen Daten umgehst und möglicherweise auch anderswo. Wenn er nun für den Verkauf entsprechende Datensätze von zigtausend Menschen zusammenstellt, möglicherweise mit anderen Datensätzen verknüpft, dann verdient er Geld damit und du bekommst unerwarteten, manchmal auch unbemerkten, Kontakt zu anderen, die dir maßgeschneiderte Angebote unterbreiten, weil ihnen das den Weg zu deinem Geld ebnet.

Es ist in jedem Fall besser, auf Fragen nicht zu reagieren, wenn deren einziger erkennbarer Sinn darin besteht, massenweise Klicks einzusammeln.

Und das ist noch längst nicht alles!

Facebook beispielsweise sammelt alles auch noch einmal mit, um es ebenfalls zu verkaufen und hat mindestens 98 Daten von dir zur Ergänzung. Da kommen dann im Verkauf schon mehrere Milliarden Euro bei rum und man fragt sich welch weltbewegenden Dinge passiert sind, um dieses Geld zu erwirtschaften. Du hast ja eigentlich nur 4 belanglose Ziffern in die Öffentlichkeit getragen.

Wir werden von Stofftieren überrollt!

Mit den Stofftieren ist es ja so, wie es völlig zu Unrecht über Flüchtlinge behauptet wird: Es gibt zu viele davon. Familien verfügen regelmäßig über ein Kuscheltierghetto. Nur wenige Kuscheltiere schaffen es mit ihrem herausragenden Charakter und ihrer makellosen Beschaffenheit bis ins Kinderzimmer, es bleiben eben die schönen und gesunden. Anstatt alle anderen fachgerecht zu entsorgen

fachgerecht entsorgtes Kuscheltier

oder bereits an der Grenze abzuweisen, sickern sie durch, bis in die Familienhängematten. Mittlerweile treten viele naive und gutmütige Helfer auf den Plan, die ungeprüft behaupten, hier oder dort gäbe es einen Mangel an Kuscheltieren und ebnen den Weg zur Edelentsorgung der Kuscheltiere aus den Ghettos. Und die Kuscheltierempfänger sind stets so sehr vom inszenierten Lovebombing überwältigt, dass sie nicht einmal adäquat den Edelsondermüll ablehnen können und auch erst auf den zweiten Blick erkennen.

Das alles ist nichts anders als die Entsorgung des Zuckers über Süßigkeiten, zwischengelagert in Omas Schublade.

Eine Begebenheit zeigt, wie verlogen der ganze Kuscheltiertourismus wirklich ist:
In ein Fußballstadion in den Niederlanden – so wurde im letzten Jahr berichtet – wurden irgendwie als benachteiligt ausgewählte Kinder eingeladen. Dann haben irgendwelche Menschen massenweise Kuscheltiere auf die diese Kinder geworfen.

Es gibt sehr wohl Kuscheltiere, zu denen man eine Beziehung gestaltet – aber nicht auf diesem Weg.

Offenbar taugt das zur Serie. Es passiert nun auch anderen Orten und bei anderen Sportarten …

In den Wind gefurzt

Das Wetter ist vor allem dann wichtig, wenn man es im Voraus kennt. Insofern hat die Meteorologie eine unübersehbare Anwendungsseite. Während bei anderen Wissenschaften gern gefragt wird, warum das gut sein soll, ist das in diesem Fall unmittelbar einleuchtend.

Man vertraut weder den Wolken noch dem Ostwind und will oft mehrmals täglich über das anstehende Wetter informiert werden, gern in meteorologischen Begründungszusammenhängen. Begründungen sind nachhaltiger als schnöde Behauptungen, auch wenn das Wetter bald Geschichte sein wird. Das Wetter von gestern interessiert nur Kriminologen und Meteorologen selbst.

Die Meteorologen versuchen sich durch ihre Erscheinung und eine dramatische und bunte Aufbereitung von den Mitmeteorologen zu unterscheiden und beim Publikum in Erinnerung zu bleiben. Im Fernsehen sind dazu die Bedingungen ideal. Man kann dort viel mehr machen, als das Wort Donner mit laut zitternden Stimme zur Geltung zu bringen.

Nun fällt es aber auch den Meteorologen schwer, die Komplexität des Wetters an den Kunden zu bringen, dem als Laie ja der Fachzugang verschlossen bleibt. Der Meteorologe wird deshalb häufig Verbindungsstück zur Volksmeteorologie formuliert, die aber daran scheitern, dass sie nur scheinbar die Wetterwelt der Experten transportieren.

Sie bemühen die Eisheiligen und schieben ihnen Forschungsergebnisse unter und zitieren ausgewählte Bauernweisheiten, die wissenschaftlich verifiziert sein sollen. Sehr beliebt ist in diesem Zusammenhang das Reden vom „Starkregen“, der als meteorologische Größe verkauft wird. Es ist, um im angemessenen deutschen Sprachgebrauch zu bleiben, einfach nur starker Regen. Man bastelt, wenn nachgefragt wird, sogar exakte Definitionswerte. Dabei ist das Wetter ganz schnell weltweit unterwegs und lässt den mitteleuropäischen „Starkregen“ anderenorts beispielsweise als asiatischen „Schwachregen“ erscheinen. Ganz bitter sind die meteorologischen Jahreszeiten. Mittlerweile sich wird der Sommer gar zweifach gehandelt. Sommeranfang ist am 21. Juni und dann aber ebenfalls am 1. Juni. Dahinter steckt das Folgende: Die Meteorologie verarbeitet unendlich viele Daten und bündelt sie monatsweise. Es wäre heutzutage computertechnisch überhaupt kein Problem, die Daten auch nach Jahreszeiten zu bündeln. Man tut das aber nicht und erzählt dem Wetterfan, es gäbe einen meteorologischen neben dem kalendarischen Jahreszeitenanfang.

Zur Rückgewinnung eines akzeptablen Niveaus der Wetterberichterstattung sehe ich nur noch eine Möglichkeit, nämlich den Wetterbericht in Reimform. In der wissenschaftsdidaktischen Forschung hat man festgestellt, dass sich gerade Erkenntnisse mit hohem Wissenschaftsanteil vor allem dann an den Bürger bringen lassen, wenn der Vermittler sich der Mühe unterzieht, die Inhalte in Reimform zu fassen und erst dann vorzutragen.

Leider hat der Zeitungsausschnitt keine Quelle mehr. Ausnahmsweise müsste es so gehen …

siehe auch Weniger Wetter ist mehr

menschliche Störungen: Die Russophobie

Journalisten bedienen sich gern bestimmten Bildern psychischer Störungen, um dem potentiellen Leser eine solche Störung zu empfehlen oder gar kollektiv anzudichten. Es fördert nämlich den Umsatz, wenn man dem Leser – oder zumindest seinem Nachbarn – ans Seelenleben greift. So entstand vermutlich wohl auch das Reden von der Russophobie.

„menschliche Störungen: Die Russophobie“ weiterlesen

Weniger Wetter ist mehr

Journalisten, die eigentlich nichts zu sagen haben, reden deshalb auch immer mal wieder gern über das Wetter, über Rosenkriege und Cocktailtrends an Urlaubsorten.

Sie sind heilfroh, wenn beispielsweise ein neuer Regen erfunden wird. Es war der Starkregen, der ursprünglich einfach nur ein Regen war, der außergewöhnlich stark war, also eben starker Regen. Das führte einer stark zunehmende Berichterstattung über Starkregen aber zu keinem journalistisch veranlassten Mehrwert.
Jetzt, wo der Frühling kommt, gönnt man sich den Luxus, ihn gleich zweimal kommen zu lassen. Der klassische Frühling orientiert sich astronomisch an der Bahn der Erde um die Sonne, die uns ein Kontinuum von Sonne, Licht und Wärme in zunehmender und dann wieder abnehmender Intensität beschert. Man kann bequem nachlesen, warum es der 21. März ist. Damit lässt sich seit Jahrtausenden zuverlässig rechnen. Weil die Meteorologen ein paar Stichtage gesucht haben, um ihre Daten übersichtlich bündeln und fortschreiben zu können, haben sie damit gleich noch den meteorologischen Frühling und so weiter eingeführt. Wie gesagt, es geht dabei also gar nicht um den Frühling, sondern um Zeitabschnitte für die Statistik, die für Analysen und Prognosen des Wetters immer wichtiger wird. Eigentlich ist es für so eine mathematische Anwendung wie die Statistik kein großes Ding, die Daten auch so zu bündeln, damit sie auf die herkömmlichen Jahreszeiten passen. Aber sie einigen sich darauf weltweit einfach nicht. Als wichtigstes Ergebnis bleibt, dass der Journalist, der nichts zu sagen hat, jetzt einen zweiten Frühling ausleben kann, zunächst am 1. März und dann das gleich noch einmal zum 21. März. Nach meinem Geschmack ist das viel mehr Frühling als uns gut tut und es zeigen sich Wiederholungen, die wir nicht brauchen. Und mit den anderen Jahreszeiten ist es ja nicht anders.
Mein Tip: Unterlasst doch einfach nur „die grenzenlose Auffächerung von Unbedeutendem“ (Horkheimer/Adorno). Sie verkleistert doch nur unseren Blick auf die wichtigen Dinge des Lebens.

Fakenews 0.9

Die seriösen Zeitungen haben allesamt ein Onlinederivat, um auf allen Kanälen mitzuspielen. Die Berichterstattung muß dabei unmittelbar erfolgen, also am besten gleichzeitig mit dem Ereignis, über das es zu berichten gilt. Denn nur der erste gewinnt, Leser, Zuschauer, Werbung und Fame und sonst noch was.

Dabei passieren dann allerdings merkwürdige Dinge. Die Rechtschreibfehler steigen rasant an. Schlechte und unbedeutende Texte überlagern das gewohnte journalistische Niveau. Zweit- und Drittverwerter kochen am Rande des Journalismus meinungsgeprägte Sonderanrichtungen.

Es wundert also nicht, wenn heute Spiegelonline zunächst meldete, das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten, obwohl das Gegenteil der Fall war. Die Redaktion war merklich betroffen und will aus der Erfahrung lernen. Es ist zu bezweifeln, ob das in aller Schnelle möglich sein wird.

Das ganze Konglomerat ist also ganz schön verfakenewed, obwohl die Absicht der Irreführung noch gar nicht voll entwickelt ist.

Was bringen die Bilder

Das Fernsehen hat vor allem bewegte Bilder zur Grundlage.

Immer dann, wenn es in der journalistischen Berichterstattung keine Bilder gibt, dann ist das Problem offensichtlich. Man kann in solchen Fällen lediglich einen Text sprechen lassen. Das geht aber nur bei ganz kurzen Texten, weil sonst die Aufmerksamkeit fehlt und sich jeder fragt, ob er nicht doch lieber Radio hören soll. Manchmal gibt es ein Standbild dazu. Wenn es beispielsweise um Impfungen und Drogenkonsum geht, zeigt man gern ein Standardbild mit einer Spritze im Oberarm. Solche Bilder haben allerdings keinen Informationswert und ihr Unterhaltungswert liegt mit den ständigen Wiederholungen unter Null: „Pass auf, gleich kommt wieder die Spritze!“ Viele Zuschauer sind von diesem immer wiederkehrenden Bild genervt. Manchmal zeigt man auch bewegte Bilder, die zur Nachricht hinzu komponiert worden sind. In diesen dunklen Wintertagen wird beispielsweise häufig über die Zunahme der Einbruchsdiebstähle berichtet. Dazu sieht man an einem ebenfalls dunklen Winterabend dunkle Schwarzweißbilder in denen maskierte Gestalten mit Einbruchswerkzeug sich an Türen und Fenstern zu schaffen machen. Es ist ja sehr unwahrscheinlich, dass zeitgleich im eigenen Häuschen so etwas passiert, aber irgendwie läuft einem dann doch ein Schauer über den Rücken. Offenbar sind auch solche Meldungsbegleitfilme eher kontraindiziert. Sie ergänzen die Meldung nicht, lenken sogar von ihr ab.

Es bleibt die Frage, was in den Redaktionen eigentlich so gemacht wird, um den Bürger zu informieren. Sie könnten solche Meldungen selbstverständlich auf den Secondscreen verschieben, der ja immer angeboten wird, wenn man zur Fußballübertragung zeitgleich auch noch Zusatzinformationen haben will oder eben auf das Radio verweisen. In vielen Fällen wird es auch angebracht sein, das öffentliche Informationsbedürfnis etwas geringer einzuschätzen.

App Gründe!

Es gibt ja viele nützliche Apps, diese kleinen Programmen, die unsere Fons mit neuen Möglichkeiten der Anwendung ausstatten. Viele Apps verschwinden wieder, weil die Idee ihre Entwickler doch nicht so sehr tragend war, oder weil die Entwickler einfach nur mal schnell Geld machen wollten. Und dann gibt es auch noch die schädlichen Apps, die uns vorrangig ausspionieren oder die Betriebssysteme ruinieren.

Apps, die an einer bösartigen Idee leiden, sind dagegen sehr selten. Eine solche App habe ich jetzt gefunden. Sie wird angepriesen als digitales Kommunikationsmedium zwischen Lehrern und Eltern, an dessen Entwicklung sogar Lehrer beteiligt gewesen sein sollen: School Fox.

Offenbar geht es im Fall der Nutzung dieser App ja jeweils um einen Schüler. Der kommt allerdings in der ganzen App nicht vor. Wer sein Kind oder seinen Schüler achtet und ihm zu einer gelungenen Entwicklung verhilft, wickelt die Kommunikation nach grundlegenden pädagogischen Standards mit weitestgehender Einbeziehung des Kindes ab. Die bisherige Unsitte, das Vertrauen zum Kind für überflüssig zu erklären und über dessen Kopf hinweg Zettel oder Mails auszutauschen, findet in so einer App ihre perfekte Finalisierung.

Ich sag es einmal anders: Wenn meine Kinder einen Lesebeweis für den Lehrer haben wollten – das ist ja beispielsweise bei schlechten Klassenarbeiten und Störungen im Unterricht bis heute so üblich – dann habe ich immer gesagt: „Sag dem Lehrer, dass ich das gesehen habe.“ Manchmal war allerdings der Druck aus der Schule so hoch, und das Mißtrauen der Lehrer so stark, dass selbst meine Kinder eine Unterschrift verlangten. Dann habe ich geschrieben: „Dein dich liebender Vater!“ – sonst nichts. Damit habe ich stets allerbeste Erfahrungen gemacht.

Wenn man etwas bewirken will, dann gilt allgemein, dass man vorrangig mit Menschen und nicht über sie redet. Eine Verpflichtung dazu besteht dann, wenn man für diese Person irgendeine besondere Verantwortung trägt.

Von der genannten App ist abzuraten, weil sie das Vertrauensverhältnis zu den Kindern untergräbt.

Jetzt habe ich ausgesorgt!

Es gibt – wie ich überall lese – so ein Handy, das über alle Maßen wertvoll ist.

Ich habe es in meinem Elektrofundus doch tatsächlich aufgespürt.

Edelmetalle und seltene Erden sollen auch drin sein. Das Design ist zeitlos elegant.

Bunte Bilder übermittelt man damit als in ein Telefongespräch integrierte Beschreibungen.

Die anderen Elektrodinger müssen dann wohl noch etwas ablagern.

nok