Coronagate/Chapter2 • Lifestyle 08/18

Autokino 2.0

Die große Zeit der Autokinos ist vorbei. Wenige solcher Kinos dümpeln in der Republik noch vor sich hin. Denn die alte Kinoqualität hat technisch und auch im Ambiente inzwischen die deutschen Wohnzimmer erreicht.

Doch als Corona kam, war plötzlich alles anders. Die relative Weitläufigkeit mit vielen Separierungsinseln in Autokinos erschien plötzlich für kleine Großveranstaltungen bestens geeignet. Findige Geschäftleute beleben nun die Autokinoidee neu. In einigen Städten werden gar auf Großparkplätzen sehr schnell neue Autokinos gebaut. Die Nachfrage im reduzierten Leben nach Coronaart ist deutlich.

Und dann kommen die Kirchen. Viele Kirchengebäude wurden mangels Zuspruch profaniert, verbliebene Kirchen sind nur selten gut besucht, wenn man die kirchlichen Feiertage einmal ausnimmt. Doch alle Kirchen bleiben geschlossen, um die Virenvermehrung zu unterdrücken. Doch Gottesdienst geht auch im Autokino, oft sogar ökumenisch. Ein kulturelles Ereignis läuft ab. Man ist dabei und empfängt Gottes Wort übers Autoradio.

Ich empfehle das Autokinosystem als gute Ergänzung zum Onlinestream für kulturelle Darbietungen jeder Art. Das mit dem Applaus, dem Brot des Künstlers,  ist allerdings nicht so ganz einfach. Man muss dann eben sehr feinfühlig hupen. Ich würde glatt das Dach meines Boliden öffnen und mit meinem privaten Megaphon Jubel erzeugen.