Coronagate/Chapter2 • Lifestyle 08/17

Die Vermessenheit im Laden

Gestern war ich einkaufen. Der ziemlich große Einkaufsladen ist noch nicht mit regelnden Verkehrsschildern ausgerüstet. Man hat aber jeweils ausgehend von den Regalecken alle zwei Meter einen roten Balken aus Folie auf die Wege geklebt. Das soll bestimmt als Hilfsmittel dienen, die im Coronazeitalter geboten Abstände einzuhalten. Nun ist der Mensch zwar derart digital angefixt, dass er Bewegungen ganz gern als Bilder pro Sekunde deutet, tief im Herzen folgt er aber einer Fuzzylogic. Alles fließt – und die Ungenauigkeit ist von alters her seine Stärke. Sobald er sich in Bewegung setzt, ist das ja auch selbstverständlich. Es ist ja nicht so, dass etwa ein Piepton ohne zeitliche Ausdehnung aus der Supermarktzentrale alle Käufer ohne jede Verzögerung urplötzlich um einen Balken weiterbringt. 

Der digital durchgetaktete Supermarkt wäre das ideale Thema für Monty Python.

Ich sehe schon, wie John Cleese, aus dem Ministerium für komische Gänge kommend, die Straßenseite wechselt, um daraufhin im gegenüber liegenden Supermarkt mit einer Körpersprache konfrontiert zu sein, die ihm noch mehr abverlangt als sein geliebtes Ministerium, nämlich ein unvermitteltes und unverzügliches „Bäumchen wechsle dich“ mit üblen Folgen bei einer Kollision.