Coronagate/Chapter6 • Timeline08/16

Ein Virus besiegt die Kriminalität – also quasi

Einbrüche und Ladendiebstähle sind zu 80% gesunken und die Welt wird plötzlich so sauber, wie es niemand zuvor versprochen hat, seitdem wir unsere Alltagsgestaltung an die Erfordernisse einer Viruspandemie angepasst haben.

Bei allen Belastungen kommt also auch sehr viel Gutes dabei herum.
Es wäre töricht, wenn wir möglichst bald den liebgewonnen Alltag mit Kriminalität und einer verpesteten Lebenswelt zurück haben wollten.

Wenn wir einfach öfter zu Hause bleiben und vielleicht noch die Einkaufszeiten entzerren, dann senken wir die Kriminalität und unser Verbrauch bleibt gut überschaubar.

Die Urlaubsindustrie, die mit einem Mal zeigt, dass sie zu 100% verzichtbar ist, war nicht nur gigantisch aufgeblasen, sie verkaufte sogar Träume für alle und jeden. Sie existierte lange auf der Grundlage der Irrtümer, die Weltläufigkeit und Welterfahrenheit wären für jeden problemlos zu kaufen und es gäbe zudem ein Lebenssegment, das auf das Leben an sich vorbereitet und die Unannehmlichkeiten des Lebens ausgleicht: der Urlaub. Urlaubsveranstalter gebärdeten sich so sehr systemrelevant, wie der Bürger sich so sehr von Urlaub zu Urlaub hangelte und die Zwischenzeit einfach nur überbrückte. Nach wenigen Tagen Arbeit stellte sich meist schon wieder das Gefühl ein, urlaubsreif zu sein. Betroffene Bürger meinten irgendwann, nicht an der Arbeit, sondern am fehlenden Urlaub zu leiden.

Eigentlich ist ja alles umgekehrt: Welterfahrung funktioniert nur ohne industrielle Herrichtung der Welt für die Konsumierbarkeit. Arbeit, Schlaf und Freizeit bestimmen unseren Lebensalltag und nicht das Après-Ski-Arrangement neben der Piste, das All-you-can-eat-Vergnügen auf den Weltmeeren und die Safari mit Elefantengarantie, während der Einbrecher zu Hause die Briefmarkensammlung klaut und nicht einmal die Tür hinter sich zu zieht. Wobei die Freizeit zunehmend mehr mit Urlaubsschnipseln aufgeladen und zum ambulanten Urlaub umgestaltet wird.

Der Urlaub ist auch keine adäquate Prophylaxe oder eine Anschlussheilbehandlung zur Gewährleistung einer Körper-Seele-Einheit, die zäh genug ist für maximal folgenlose Ausbeutung und für die der Ausgebeutete auch gleich noch seinen Lohn investiert. Die Kollateralschäden in überbeanspruchten Urlaubsorten und auf den Flugwegen der Urlaubsbewegung schaffen noch ein anderes Leid, das erheblich in die Welt ausstrahlt und sie wie eine Ware verbraucht.

Kurz: Ach Leute, haltet die Einbruchsquote niedrig und bleibt auch weiterhin mit Freude zu Hause.