Coronagate/Chapter7 • Basics08/16

Föderalismus ist Vielfalt

Alle Medien beklagen sich im Coronazeitalter über einen uneinheitlichen Flickenteppich von Regelungen in den Bundesländern und Kommunen, die sich zudem immer wieder schnell ändern. Straßeninterviews zeigen dazu immer Bürger, die das auch so sehen. Der Deutsche mag offenbar alles einheitlich!

Ich bin da ganz anders. Ich sitze vorschriftsmäßig zu Hause und mich interviewt deshalb auch niemand auf der Straße. Ich bin zudem stark befreundet mit dem deutschen föderalen System, in dem – im Rahmen des Grundgesetzes und der Länderverfassungen – nur selten eine regionale Willensbildung zentral überstimmt werden kann.

Angesichts des aufbrechenden Coronazeitalters stellen sich Fragen, auf die eine Antwort erst gefunden werden muss und in der erste Antworten schnell an neue Entwicklungen angepasst werden müssen, und dies bei einer besonderen Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.

Ein föderales System ist gerade bei Aufgaben des Suchens und Findens und des Differenzierens einem distributiven System der Einheitlichkeit haushoch überlegen. Immer dann, wenn Antworten vorläufig und ungewiss sind und an bestimmten Situationen und Orten ausgerichtet werden müssen, ist es geradezu notwendig, die Vielfalt der Akteure anzuregen und ihren Beitrag zu verfolgen. Wenn es beispielsweise zum Schluss einen Impfstoff geben wird, dann brauchen wir doch unzählige Forschungseinheiten, die sich jeweils eigentümlich auf den Weg machen.

Es verschleiert die Arbeit am Thema, wenn nun kolportiert wird, hier müsse nun alles einheitlich sein. Wer kommt denn auf eine so blöde Idee? Wahrscheinlich ist es jemand den der Überdruss steuert, wenn er mehrere Gedankenstränge und Wege zu verfolgen hat. Aber so jemand ist vollständig aus der Zeit gefallen. Mit dem besagten Virus hat das überhaupt nichts zu tun. Das Leben ist per se vielfältig.