Coronagate/Chapter2 • Lifestyle 08/6

Über den Virus im Glauben

Die ultraorthodoxen Juden, wie man sie aus Jerusalem in ihren eigenen Wohnvierteln kennt, infizieren sich auffällig häufig am Coronavirus. Dies vor allem, weil sie in der Krise ihre spezifischen Lebensgewohnheiten beibehalten und sogar noch verfestigen.

Dazu muss man wissen, dass es bei den ultraorthodoxen Juden meist so ist: Sie sind ausschließlich mit ihrem Gott befasst und sie zweifeln nie an Gott, aber oft an sich selbst. Unvorhergesehene Disfunktionalitäten im Leben bedeuten für sie, dass sie noch nicht genug getan haben für Ihr gutes Verhältnis zu Gott. Selbst die Judenvernichtung der Deutschen interpretieren sie groteskerweise oft als die Vernachlässigung ihres Gottes durch sein Volk Israel. Sie kehren also der Realpolitik den Rücken und sehen beispielsweise keine Verantwortung der Deutschen für den Holocaust, stattdessen aber eine Strafe Gottes für sein Volk. Dem entsprechend leben sie übrigens – entgegen landläufiger Meinung – auch in keinem Feindschaftsverhältnis zu den benachbarten Palästinensern, sonder überaus tolerant. Toleranz fordern sie aber auch ein.