Coronagate/Chapter2 • Lifestyle 08/9

Privilegiert und unzufrieden: Im Coronazeitalter ist der Pensionist mit Haus und Garten privilegiert. Die Reichen und Schönen sind es auch. Man kann drinnen wie draußen für Vielfalt sorgen und muss sich keine Sorgen um die Existenz machen. Was die Reichen und Schönen daraus machen, interessiert mich nicht. Der Pensionist kann aber trotzdem nicht so sehr glücklich sein. Seine ausgesiedelten Kinder und Enkel leben oft in einer urban verdichteten Wohnlage einer anderen Stadt, in der die Anforderung zur Separierung mit Berufstätigkeit kombiniert wird. Das kontrastiert sehr stark mit den Entfaltungsmöglichkeiten der Großeltern. Die dürfen ihre Ressourcen zur Krisenbewältigung aber nicht einsetzen, obwohl sie gerade in dieser Situation gebraucht würden. Kinder im Garten der Großeltern – und nicht nur das – , wäre doch toll für alle Beteiligten. Und so schleicht sich die Risikogruppe Großeltern immer mal wieder kurz in die virenumwobenen Einkaufsläden und sich dann wieder all dem zu widmen, was immer wieder liegengeblieben ist. Irgendwann kann man dann mal kurz zwischendurch mit Kindern und Enkeln mit Ton und Bewegtbild kommunizieren, damit kein Virus rüberspringt. Alles läuft irgendwie, aber es bleibt ungerecht.