Coronagate/Chapter1 • WCPaper08/11

Etwas Klo ist immer

An den Tagen des aufsteigenden Coronavirus ging ich mal kurz raus und verließ die selbstgewählte Komfortquarantäne mit Garten für wichtige Einkäufe. Klopapier stand nicht auf dem Einkaufszettel. Es war noch genug da. Als ich aber die leeren Regale in der Klopapierabteilung sah, dachte ich einen Moment an den Ehrgeiz der Industrie, alle Lücken füllen zu wollen und damit das große Geschäft zu machen. Mir war schon klar, dass die krisenbedingte Vorratshaltung gerade das Klopapier getroffen hatte. Wenn man es andersherum betrachtet, war es doch auch ein Freudentag für die Papierindustrie. Sollten die Klopapierkäufe anhalten, würde es mich geben und auf der anderen Seite die ganzen militanten Klopapierkäufer. Ich beschäftigte mich mit dem Gedanken, dass so ein Papier in den meisten Kulturen völlig unbekannt ist, ohne dass etwas vermisst wird. Und doch: Wenn da jetzt noch ein Paket gelegen hätte, hätte ich es noch ganz schnell in den Einkaufswagen bugsiert, bevor sich Handgreiflichkeiten entwickelt hätten. Jetzt bin ich zu Hause und überlege mehrmals am Tag, ob ich rein vorsorglich ein Blatt weniger abreißen soll oder doch lieber Gedanken an die Ladung der vorbeifahrenden Lastkraftwagen binden soll, die zum Klopapierdealer abbiegen.

Als Hamsterkäufer bevorzuge ich ohnehin Hamster. Pro Person rechne ich drei rasierte Hamster und schwenke sie nach dem braten gern in guter Butter und garniere sie mit Zitronenscheiben.